»Ein Sprung ins offene Meer«

Fünf Schwaben, für die alles oberhalb von Frankfurt Norden ist. Fünf Musiker, die seit fast fünf Jahren Konzertbühnen in der ganzen Republik bespielen. Fünf Christen, die authentisch ihren Glauben teilen – das sind »Staryend«. Ende April bringen sie ihr Debüt-Album an den Start. Das Band-ABC (Amos, Bensch & Chris) im Interview.

TEENSMAG: Im Frühjahr bringt ihr euer erstes Album an den Start. Was bedeutet euch das?

Bensch: Das Album ist ein fetter Meilenstein, echt ein Sprung ins offene Meer. Alles, was davor war, war Vorbereitung. Wir werden`s ordentlich feiern! Danach gucken wir in die Zukunft.

Amos: Es ist auf jeden Fall ein neues Level für uns. Es war enorm wichtig, das letzte Jahr voll zu investieren, um dieses Album jetzt rauszubringen.

Wie habt ihr euch eigentlich gefunden?

Amos: Bensch und ich haben in der Gemeinde zusammen Musik gemacht. Auch unsere Brüder waren in der Band. Als sie die Band verlassen haben, waren wir auf der Suche nach neuen Leuten – am Schlagzeug und an der E-Gitarre. Über Kontakte haben wir Caddy und Jonas kennengelernt – und Chris war bei mir in der Klasse.

Was steckt hinter eurem Bandnamen »Staryend«?

Bensch: Das ist eine Wortneuschöpfung aus dem Englischen. Übersetzt bedeutet es in etwa »sternhelles Ende«. Unser Bandname soll widerspiegeln, worum es uns geht: Wir glauben, dass es mehr gibt als das Leben hier auf der Erde. Es gibt ein Leben nach dem Tod – für uns ein helles Licht am Sternenhimmel!

Amos: Eine selbstkreierte Metapher! (lacht)

Bensch: Ein Neologismus. (Großes Gelächter)

Na herrlich. Wie viel Arbeit steckt drin im neuen Album?

Bensch: Erst Songwriting, dann mehrere Vorproduktionen und Studioaufnahmen, zuletzt Mixing & Mastering. Insgesamt stecken fast zwei Jahre drin – was mega cool ist! Denn unser Produzent hat neue Einflüsse eingebracht und das Album konnte sich im Laufe der Zeit entwickeln. Wir konnten unsere Musik und Lyrics vertiefen, viel reifer machen. Es war richtig viel Arbeit, aber es hat sich gelohnt.

Chris: Da wir parallel noch alle in Studium oder Arbeit eingebunden sind, braucht so ein Album natürlich Zeit. Es wäre etwas ganz anderes, wenn wir die ganze Woche an dem Album hätten schaffen können. So mussten wir`s »nebenher« machen – abends, am Wochenende, …

Amos: Ich glaube aber, dass es einfach auch normal und gut ist. Es braucht Zeit dafür, dass Songs sich entwickeln, Ideen ausreifen. Das Ganze soll ja einen Prozess durchleben.

Bensch, du sprichst von neuen musikalischen Einflüssen. Was gibt’s für uns auf die Ohren?

Bensch: Also von dem Pop-Rock, den wir davor gemacht haben, ist es sehr zum Pop geworden. Es ist sehr viel produzierter und reifer geworden – weniger rockige E-Gitarren, mehr der Fokus auf einprägsame Lines, die dem Ganzen etwas mehr Radio-Touch verleihen.

Amos: Wir haben jetzt eine Musik gefunden, wo wir sagen können: Wir fühlen uns wohl, in die Richtung wollen wir gehen. Das Album ist von den Tracks her dennoch sehr vielseitig.

Auf Konzerten ging`s immer zur Sache, wenn ihr auf der Bühne wart. Ist das neue Album noch festivalfähig?

Bensch: Das ist die Herausforderung, der wir uns jetzt gestellt sehen. Es sind tatsächlich vorwiegend langsamere Nummern auf der neuen Platte, was nicht heißt, dass die nicht tanzbar sind. Trotzdem ist es nicht mehr die gleiche Art Partymusik. Bei den Konzerten, wo wir bereits neue Songs angespielt haben, haben die Leute aber richtig gefeiert.

Ab wann ist das neue Teil zu haben?

Amos: Ende April wird die Release-Show steigen.

Chris: Details wollen wir noch nicht verraten. Es soll ja eine Überraschung bleiben.

Albumtitel?

Chris: Überraschung!

Songanzahl?

Es sind 10 Tracks drauf.

Ha, ein Geheimnis gelüftet! Ihr habt innerhalb kürzester Zeit über 9000 Euro per Crowdfunding für die neue Platte eingenommen. Wie denn das?

Chris: Wir haben uns viele kreative Sachen überlegt, die wir den Spendern anbieten können – im Gegenzug zu ihrem finanziellen Beitrag. Ob persönliches Geburtstagsständchen, handsigniertes Album, Klavierunterricht von Bensch oder die einmalige Gelegenheit, uns zu einem Konzert ins eigene Wohnzimmer zu holen. Dadurch konnten wir eine hohe Summe einspielen und haben schon eine ganze Menge vorbestellter Alben. Für eine Spende von 3.000 € gab`s sogar das Angebot, mit uns für ein Wochenende ins Disneyland zu fahren – das hat allerdings niemand wahrgenommen.

Geht ihr euch auch mal auf die Nerven?

Amos: Manchmal bin ich nach einem vollen gemeinsamen Wochenende schon froh, sonntagabends wieder alleine im Bett zu liegen. (lacht)

Von euren Fans werdet ihr als Stars gefeiert. Wie bleibt ihr auf dem Boden?

Bensch: Es macht natürlich Spaß, auf der Bühne zu stehen und Anerkennung zu bekommen für das, was man tut. Aber unser Ziel ist es, demütig zu bleiben. Wir stehen auf der Bühne, um das Evangelium zu verkünden, und nicht um uns selbst zu feiern. Natürlich gibt`s Anfechtung, natürlich ist der Fokus mal ein anderer, aber wir versuchen, auf unsere Motivation zu achten.

Konntet ihr überhaupt zur Ruhe kommen in Zeiten, in denen ihr in jeder freien Minute an dem Album geschraubt habt?

Amos: Anfang des Jahres war`s krass bei mir. Für die Vocals-Feinabstimmung musste ich nochmal alles reinfeuern. Das war extrem wichtig, weil die Stimme sehr im Fokus steht. Ich hab nach der Arbeit oft noch drei Stunden im Studio drangehängt. Dann sausen die Wochen so an dir vorbei. In dieser Zeit war`s schwer, ruhig zu werden. Umso wichtiger war es, nach Optionen zu suchen und zum Beispiel unterwegs im Auto mit Gott zu reden. Außerdem war mein Männerhauskreis voll wichtig. Da konnte ich über Themen sprechen, die mir im vollen Alltag gar nicht vor Augen sind – ein echter Zufluchtsort, an dem ich Gottes Nähe immer wieder spüre.

Chris: Ich bekomme viel Kraft von Gott und spüre jeden Tag, wie er mir zeigt, wie ich durch`s Leben komm. Ich bin einfach jemand, der gerne viel macht und durch die Gegend fährt. Aber ich hab auch immer wieder meine Zeiten, wo ich dankbar bin, abzuschalten, mich mit Freunden zu treffen – das ist aktive Erholung für mich.

Bensch: Für mich ist`s die tägliche Stille Zeit, die mich gerade in meinem stressigen Alltag morgens ausrichtet. Während der Album-Produktion hat das aber auch mal nicht hingehauen. Da habe ich schnell gemerkt, dass es mir fehlt. Zur Ruhe kommen kann ich auch sonntags in der Gemeinde.

Könnt ihr das euren Fans so weitergeben auf euren Konzerten?

Amos: Es gibt immer einen Message-Part, in dem wir die Leute herausfordern. Wir haben uns vorgenommen, Leuten – besonders Teens – zu zeigen, dass sie hier und jetzt Jesus erleben können. Wir erzählen von unseren Erlebnissen und hinterfragen die Leute: Wo steht ihr? Was habt ihr mit Jesus zu tun? Kennt ihr ihn überhaupt? Wo wollt ihr hin? Und ermutigen sie: Wir sind Kinder Gottes und Gott will mit uns sein Reich bauen. Diese Wahrheiten geben wir weiter. Wir versuchen, ein Segen zu sein.

Gibt’s etwas, das euch voneinander unterscheidet?

Bensch: Unser Musikgeschmack ist von purem Pop, über Punk bis hin zu Metal ziemlich variierend.

Amos: … bis hin zu Jazz. (lacht)

Gab`s mal eine richtig peinliche Situation?

Amos: Wir haben mal in einem Parkhaus gespielt. Die Decke war dementsprechend niedrig. Ich hab im Laufe des Konzerts vergessen, dass da nicht mehr so viel Platz nach oben ist und bin voller Elan von der Base Drum hochgesprungen, und voll gegen den Beton geknallt! Danach bin ich wie besoffen rumgetorkelt. Es war zum Glück am Ende der Show.

Bensch: Wir haben auch mal im Osten gespielt, wollten bei einer Konfi-Veranstaltung noch ein paar Worship-Songs spielen. Bei »Good Good Father« von Chris Tomlin hat Caddy, unser Drummer, den komplett falschen Takt angeschlagen und es im Verlauf des Songs auch nicht hinbekommen, zu wechseln. Wir sind nach dem Ding alle lachend zusammengebrochen, so grauenvoll war´s.

Vielen Dank für eure Zeit, Jungs!

Was für eine Chance! Wollt ihr zu denen gehören, die das taufrische Staryend-Album zuerst in der Hand halten und auf volle Lautstärke drehen können? Ihr könnt drei Alben gewinnen, wenn ihr uns bis zum 20. Mai an gewinnspiel@teensmag.net schreibt und uns sagt, wer der Älteste der fünf Jungs ist. Vergesst nicht, eure Adresse mit anzugeben!
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