Feierlaune! | Feiern, dass Ostern ist

Mal ehrlich, wann hast du das letzte Mal so richtig gefeiert, dass Ostern ist? Viele Leute eingeladen, coole Tanzmucke rausgesucht, dein Zimmer schick dekoriert, leckeres Essen vorbereitet und Getränke organisiert – einfach, eine fette Party geschmissen?

 

Vielleicht fragst du dich jetzt, warum man das tun sollte. Was gibt es denn an Ostern schon groß zu feiern? Dass man endlich alle Eier, die der Osterhase im Garten oder in der Wohnung versteckt hat, gefunden hat? Oder soll man feiern, dass die anstrengende Verwandtschaft sich mal wieder im 15 Quadratmeter großen (oder eher kleinen) Wohnzimmer versammelt hat? Oder ist damit die Freude über die vielen Blockbuster, die gerade laufen, gemeint?

Natürlich sind das nette Dinge – aber ganz ehrlich, darum geht es an Ostern eigentlich gar nicht! An Ostern erinnern wir uns vielmehr daran, dass Jesus für alle Sünden gestorben und von den Toten auferstanden ist. Doch der Reihe nach …

Gründonnerstag// Jesus isst zum letzten Mal mit seinen Jüngern zu Abend. Das sogenannte letzte Abendmahl. Hier bespricht er einige wichtige Dinge mit ihnen und sagt auch voraus, dass einer von ihnen Jesus verraten wird. Nach dem Essen zieht sich Jesus mit ein paar seiner Jünger zurück und geht in den Garten Gethsemane. Dort spricht Jesus mit Gott, seinem Vater. Er weiß, was vor ihm liegt und er hat Angst vor dem, was da auf ihn zukommt – verständlicherweise. Aber er bittet Gott auch um Kraft für das, was ansteht. Währenddessen pennen die Jünger, die eigentlich Wache halten und beten sollten, immer wieder ein. So sind sie auch völlig verdutzt, als auf einmal  sich eine Menschenmenge, bestehend aus einigen Männern mit Schwertern, Hohen Priestern, Schriftgelehrten, Diener – und Judas. Jep. Judas, einer von Jesus engsten Freunden, hat ihn verraten und verkauft. Autsch! Die Männer verhaften Jesus und bringen ihn zum Hohen Rat, wo er noch in der Nacht verhört wird. Er wird gefoltert, ausgepeitscht, bespuckt, verhöhnt und verspottet.

Karfreitag// In den frühen Morgenstunden holen die obersten Priester und die Schriftgelehrten, die zusammen den Hohen Rat bilden, Jesus wieder zu sich. Sie wollen wissen, ob er der König der Juden ist. Und was soll Jesus da auch anderes sagen als die Wahrheit: „Ja, es ist, wie du sagst.“ (Markus 15,2) Irgendwie hat Pontius Pilatus, der oberste Statthalter von Jerusalem ein ungutes Gefühl bei der ganzen Sache und überlegt sich, das Volk entscheiden zu lassen, ob Jesus wirklich ans Kreuz gehört. So kann er selbst seinen Kopf aus der Schlinge ziehen und immer vorbringen: „Ich hätte ja anders gehandelt, aber das Volk wollte es so.“ Und das Volk entscheidet. Vor dem Gebäude, in dem der Hohe Rat tagt, hat sich eine große Menschenmenge versammelt, die sich ziemlich schnell auf einen Todeskanditaten für den heutigen Tag einigt. Nicht der fiese Mörder Barabbas soll ans Kreuz, sondern Jesus. Und so muss Jesus seine Kleider ablegen, bekommt eine pieksende Dornenkrone aufgesetzt und muss sein Kreuz selbst durch halb Jerusalem schleppen – bis hin nach Golgatha, wo sein Kreuz (und das zweier anderer Verbrecher) aufgestellt wird. Gegen neun Uhr morgens wird Jesus an das Kreuz genagelt. Während die Sonne steigt und es vermutlich immer heißer wird, hängt Jesus in Todesqualen am Holz. Doch er hat noch so viel Kraft, um mit dem einen Mann neben ihm am Kreuz zu reden und ihm seine Sünden zu vergeben. Um drei Uhr nachmittags erliegt Jesus seinen Qualen und stirbt. Ein Mann aus der Umgebung bestattet ihn in einer Höhle, die er mit einem schweren Stein versiegelt und von einem Wachmann bewachen lässt.

Samstag// Samstag ist der Tag, an dem den Jüngern so richtig bewusst wird, was da gerade geschehen ist. Jesus ist tot! Was bedeutet das? War er wirklich Gottes Sohn? Warum musste er dann sterben? Warum hat Gott das zugelassen? Was hat denn dann jetzt noch überhaupt einen Sinn? Bleibt wahr, was Jesus gesagt und getan hat? Und wie soll das Leben der Jünger nun weitergehen? Samstag ist der Tag des Durchhaltens. Der Tag, an dem die Geduld auf die Probe gestellt wird. Der Tag, an dem sich zeigt, ob wir an unserem Glauben, an Gott festhalten, auch wenn alles aussichtslos, hoffnungslos, ja tot, erscheint. Vertrauen wir auf Gottes Macht und Kraft, auch wenn er schweigt?

Ostersonntag// Wie es Tradition war, wollen einige Jesus nahestehende Frauen ihn für seine Beerdigung salben. Und was sahen sie, als sie zu der Grabeshöhle kamen? Der schwere Stein war beiseite geschoben worden und die Höhle war leer. Also fast. Denn anstatt dort Jesus zu finden, begegnete ihnen ein Engel, der ihnen sagte, dass Jesus von den Toten auferstanden sei. Was für eine wahnsinns Aussage! Jesus ist von den Toten auferstanden?! Wie kann denn so was gehen? Ist er vielleicht doch Gottes Sohn? Sofort eilen sie los, um diese coole Neuigkeit den Jüngern zu erzählen!

Ostermontag// Während die Jünger vermutlich noch wie aufgescheuchte Hühner über das, was sie da von den Frauen gehört haben, diskutierten, taucht Jesus bei zwei Männern auf, die gerade auf dem Weg nach Emmäus sind. Viele Kilometer läuft Jesus mit diesen Männern, bevor sie erkennen, wen sie da neben sich haben! Das ist der Beweis, dass Jesus wirklich auferstanden ist. Sie haben ihn live gesehen, haben mit ihm gesprochen, einige Stunden mit ihm verbracht.

Das, was an diesem einen Wochenende passiert ist, ist das Abgefahrenste, was man sich vorstellen kann. Jesus opfert sich für die Menschen. Er nimmt alle Schuld, alle Sünden, dieser Welt auf sich – obwohl er selbst schuldlos ist. Er stirbt für uns am Kreuz, damit wir leben können, damit wir gerechtfertigt sind vor Gott. Und Jesus überwindet den Tod! Er ist mächtiger als der Tod! Gott zeigt, dass es neue Hoffnung gibt, dass er einen Neuanfang schenken will – und dass er der Allmächtige ist! Wahnsinn! Wenn das kein Grund zum Feiern ist …

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