Gibt es eine Rangfolge im Himmel?

Lorenz, 15// Meine Mutter hält in unserer Familie manchmal Andachten. Das letzte Thema war: Je mehr gute Taten man tut, umso einen höheren Rang hat man später im Himmel. Ich konnte da jetzt gar nicht zustimmen! Für mich klingt das fies. Was machen denn Leute, die erst kurz vor ihrem Tod zum Glauben kommen, und nicht so viele gute Taten vollbracht haben?

Ich will zuerst klarstellen: Allein der hat das ewige Leben, der sich an Jesus hält. Keiner kann sich selbst erlösen, indem er gute Taten tut oder sich an alle Gebote hält. Es gibt keine Errettung durch Werke, sondern nur durch Gnade. Das lesen wir im Epheserbrief. Kennst du die Geschichte vom Mann, der neben Jesus am Kreuz hängt? Er kann nicht mehr viele gute Taten tun, um im Himmel belohnt zu werden. Sitzt er deswegen dann in der letzten Reihe? Jesus selbst erzählt ein Gleichnis vom Lohn der Weinbergarbeiter (Matthäus 20,1-16). Die einen fangen früh morgens an zu arbeiten, die anderen am späten Nachmittag. Alle bekommen den gleichen Lohn, obwohl sie unterschiedlich lang gearbeitet haben. Ist das gerecht? Oder lies mal das Gleichnis vom Gastmahl (Lukas 14,7-11): Jesus warnt davor, sich nach vorne zu setzen, denn der Gastgeber könnte kommen und dich weiter nach hinten setzen, weil der Platz einem »Besseren« gehört. Dazu passt auch die Geschichte vom Rangstreit der Jünger (Markus 10,35-40): Jesus sagt nicht, dass es keine besonderen Plätze in seinem Reich gibt, sondern betont, dass er sie nicht vergeben kann. Wie es auch sein wird: Gott wird es richtig machen – da bin ich mir ganz sicher. Er ist gerecht; auch wenn das nicht unserem Verständnis von scheinbarer Gerechtigkeit (»Ich habe doch viel mehr gemacht als der!«) entspricht! »Mein Glück ist es, Gott nahe zu sein!« (Psalm 73,28) Das ist für mich die entscheidende Lösung des Problems! Es mag unterschiedliche Plätze geben, ich weiß aber nicht, wie weit vorne ich sitzen werde. Darüber mache ich mir auch gar keine Gedanken. Mir ist nur eines wichtig: Gott nahe zu sein. Lies einmal Offenbarung 21,1-7. Ich liebe diesen Text, weil vom Himmel die Rede ist. Gott wird bei uns wohnen! Das wird wunderbar! Dann kann ich mich mit denen freuen, die einen größeren Preis errungen haben als ich, oder die beim Essen weiter vorne sitzen werden. Hauptsache, Jesus ist dabei!

help!_Christoph ist Pastor, ein Hinterländer und viel unterwegs in Deutschland und der Welt.

3 Kommentare
  1. Melissa
    Melissa says:

    Ich weiss jetzt leider nicht mehr wie die Geschichte dazu heißt,jedenfalls ging es darum,dass ein Mann einen Wein berg hatte und Tagelöhner engagiert hat.Er nahm morgenswelche mit,und später weitere und auch abends noch welche.Dann als sie die Arbeit beendet hatten,bezahlte er zuerst die die als letztes gekommen sind mit 2 goldstücken und immer so weiter (alle bekamen 2 Goldstücke).Bei dem Mann der als erstes gearbeitet hatte hörte er auf und kramte noch 2 goldstücke aus der tasche.Als der Tagelöhner sich beschwerte meinte der Mann dass er ja mit seinem Geld so viel machen kann wie er will ….
    Vielleicht weiß ja jemand anders wie die Geschichte heißt,die kannst du dir dann auch durch lesen
    LG

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  2. Freja
    Freja says:

    Ich fand die Antwort von Christopher schön, und ich habe auch schon darüber gedacht ob es fair wäre mehr zu bekommen weil man länger in der Sonne schuftet…, aber das Gespräch am Kreuz zwischen dem Mann und Jesus finde ich einfach genial. Ich finde es wunderschön dass im verziehen wird.

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