Und dass sich durch Sex zwei Menschen stark verbinden und es weh tut, wenn man sich wieder trennt. Meine Frage ist jetzt allerdings, ob es wirklich gegen Gottes Willen, also eine Sünde ist. Gibt es da konkrete Stellen in der Bibel oder was macht Christen da so sicher, dass das nicht okay ist?
Da du jemand bist, der gerne biblische Argumente hören will, wenn es um Aussagen zum Thema »Sex vor der Ehe« geht, zeige ich dir einfach mal folgende Bibelstellen.
1. Die Lovestory von Jakob und Rahel aus 1. Mose 29: Dort geht es darum, dass Jakob sich in Rahel, eine der zwei Töchter von Laban verliebt. Er ist bereit, sieben Jahre für ihren Vater zu arbeiten, um Rahel zu bekommen. Doch statt sie ihm nach der Zeit zu geben, betrügt Laban ihn und verheiratet ihn mit Lea, der anderen Tochter. Das allerdings merkt Jakob erst nach der Hochzeitsnacht. Weil er jedoch Rahel so sehr liebt, einigen sich die zwei Männer darauf, dass Jakob auch sie heiraten kann, wenn er dafür noch mal sieben Jahre für Laban arbeitet. Jakob hat sieben (!) Jahre lang auf seine Rahel gewartet. Es gibt nun Menschen, die vermuten, dass die beiden doch bestimmt schon heimlich miteinander geschlafen haben. Sieben Jahre lang verliebt sein, ohne Sex zu haben – das wäre ja unmenschlich. Aber da Jakob in der Hochzeitsnacht durch die miese Aktion des Schwiegervaters mit der Schwester der Braut schlief und gar nicht merkte, dass es nicht seine Rahel war, gehe ich doch stark davon aus, dass Jakob seine Rahel in den sieben Jahren noch nicht intim kannte. Sonst hätte er das mit Lea nicht erst am nächsten Morgen gecheckt ... Aber warum waren die Jungs und Mädels damals so straight? Weil es damals schon klare Regeln Gottes zu vorehelichem Sex gab.
2. 2. Mose 22,15-16: »Wenn ein Mann ein Mädchen, das noch nicht verlobt ist, verführt und mit ihr schläft, muss er den Brautpreis für sie bezahlen und sie heiraten. Falls sich ihr Vater aber weigert, sie ihm zur Frau zu geben, muss der Mann ihm dennoch den Brautpreis bezahlen, der einer Jungfrau angemessen ist.« Es war damals klar: Wenn man mit einer Frau schläft, führt das definitiv zu einer festen Bindung: zur Ehe. Wollte der Vater den Jungen aber nicht zum Schwiegersohn haben, führte das zu hohen Kosten für den, der mit dem Mädchen geschlafen hatte, weil die Ehre des Mädchens (und damit seine Vermittlung als künftige Ehefrau) dahin war. Damals war ohne Diskussion klar: Wer mit jemandem schläft, muss auch bereit sein, ein Leben lang mit ihm das Leben zu teilen. Manche denken, dass das alles ja schon ziemlich abgefahren und eben typisch für das Alte Testament sei.
3. Aber Jesus hat das Ganze (z.B. in Matthäus 19, ab Vers 4) nicht vereinfacht, sondern nochmal den Vers aus 1. Mose 2,24 zitiert: Jesus antwortete: »Lest ihr denn die Heilige Schrift nicht? Da heißt es doch, dass Gott am Anfang Mann und Frau schuf und sagte: ‚Ein Mann verlässt seine Eltern und verbindet sich so eng mit seiner Frau, dass die beiden eins sind mit Leib und Seele.’ Sie sind also eins und nicht länger zwei voneinander getrennte Menschen.« Ich weiß nicht, wie es dir geht, aber ich finde in diesen Bibelstellen nur Hinweise darauf, dass Gott den Sex für die verbindliche Lebensgemeinschaft zwischen einem Mann und einer Frau geplant hat. Ich denke, es lohnt sich, darüber nachzudenken, warum Gott so über den Sex denkt; da er ja derjenige ist, der uns Menschen durch und durch kennt und liebt. Ich bin der festen Überzeugung, dass er mit dieser Vorgabe nur Gutes für unser Leben bewirken will.
help!_Ruth Scheffbuch freut sich, dass Gott Kaffee, die Nordsee und so viele unterschiedliche Menschen geschaffen hat.
Kommentare zu diesem Eintrag: (220 insgesamt)
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thaLea91 hat (um Uhr) geschrieben:
: »Woher weiß man, dass Gott Sex vor der Ehe nicht will?«
Ich finde persönlich auch, dass Sex vor der Ehe nicht gut ist, für uns selber nicht, und ich weiß, dass Gott das genauso sieht, habe aber die Stellen nie gefunden. Ein mädchen hat mich das einmal gefragt, aber ich wusste nicht, welche Bibelstellen ih ihr zeigen sollte. Jetzt weiß ich es zum Glück, vielen Dank dafür!!
Plotin hat (um Uhr) geschrieben:
Re: : »Woher weiß man, dass Gott Sex vor der Ehe nicht will?«
Hallo alle,
aus dem Artikel:
"Ich kenn die Ansicht, dass Gott Sex vor der Ehe nicht verbietet, aber der Verzicht zu unserem eigenen Wohl ist."
Meiner Ansicht und Erfahrung nach ist das der Weg, den man gehen sollte, will man Jugendliche davon überzeugen, dass es richtig ist, Sex erst in der Ehe zu haben. Mich zumindest hat diese Form der Reflexion dahin gebracht, dies zu erkennen.
Mit der Bibel ist es hier wie bei allen anderen Themen auch: Jeder sucht sich entsprechend seiner individuellen Vorstellungen die entsprechenden Bibelstellen und versucht damit, seine eigene Meinung als göttlich legitimiert darzustellen. Wem nutzt das?
Zumal dann, wenn, wie im vorliegenden Beispiel die biblische Herleitung so dermaßen abstrus ist. Aber dazu wurde oben ja schon einiges geschrieben.
Lange Rede, kurzer Sinn: Eine tragfähige Überzeugung ist das Ergebnis eines selbstreflektorischen Prozesses, der von außen angestoßen werden kann und vielleicht auch angestoßen werden sollte. Moralisierende Appelle mit der Bibel in der Hand scheinen mir das aber nur sehr bedingt leisten zu können, wenn überhaupt. Was so entsteht ist höchstens eine Art Dressur, bei der Jugendliche sich vielleicht entsprechend der transportierten Moral verhalten, weil sie Angst vor Sanktionen (seien es göttliche oder solche aus dem sozialen Umfeld) haben, aber für ein wahrhaft ethisches Handeln braucht es mehr.
Liebe Grüße
Plotin
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