help »Mein Freund ist kein Christ«



Emilia, 15// Ist es Sünde, mit jemandem zusammen zu sein, der nicht Christ ist, meinen Glauben aber akzeptiert?

Deine Frage ist gar nicht selten. Meist meinen es Menschen gut, die Beziehungen zu Nichtchris-ten »Sünde« nennen. Letztlich wollen sie uns beschützen oder bewahren. Dennoch sind solche Aussagen ziemlich heavy. Fakt ist: Die Bibel nennt das Sünde, was unser Leben so beeinflusst, dass unser Verhalten uns von Gott trennt und wir unfrei und belastet sind. In der Bibel steht, dass es für uns nicht gut ist, »am selben Joch mit den Ungläubigen zu ziehen«. Das ist ein Vorschlag, wie wir unser Leben leichter leben können. Es heißt nicht, dass es »Sünde« ist, wenn wir am selben Joch, also am selben Strang ziehen. Gottes Wunsch für unser Leben ist es vor allem, dass wir eine Beziehung zu ihm haben, dass wir ihn suchen, dass wir merken: »Ohne ihn lebt es sich schwerer«, dass wir uns nach dem sehnen, was wir so dringend brauchen: bedingungslos angenommen zu sein.

Als ich 20 Jahre alt war, lernte ich auf einer Party einen sehr netten Typen kennen und lieben. Das war für mich eine schöne Zeit, weil mein Freund mich in vielen Bereichen sehr förderte und mein Selbstbewusstsein stärkte. Schwierig war es für mich, dass er meinen Glauben zwar akzeptierte, ihn aber gar nicht verstehen konnte. Er ging mit in die Gottesdienste, er diskutierte mit mir und anderen. Ich betete, dass er eine Entscheidung traf, aber er war so zufrieden mit sich und seinem Leben, dass er immer sagte, er brauche Gott nicht.

Mir ging es damit nicht so gut, weil ich mich ständig zwischen zwei Welten fühlte. Oft waren wir auf Demos und Partys, auf denen alles abging, was es so gibt, und sonntags saß ich dann im Gottesdienst. Ich war so geteilt. Mir gefiel beides, aber ich konnte es mit meinem Freund nicht unter einen Hut bringen, zumal er manche Dinge doch sehr anders sah, als ich. Als wir anfingen, über ein gemeinsames Leben nachzudenken und über Kindererziehung sprachen, gingen die Meinungen dann doch sehr auseinander. Nach zwei Jahren haben wir uns getrennt. Es war schwer.

Warum erzähle ich das? Ich kann dir nicht sagen, dass es Sünde ist, mit einem ungläubigen Partner zusammen zu sein. Manche Ungläubige lieben ihre Partner mehr als Gläubige. Ich kann dir nur sagen: Es war für mich eine Spannung in meiner Beziehung zu Gott. Meine Beziehung zu Gott war nicht mehr so intensiv und mich plagte oft ein schlechtes Gewissen. Ich hakte Gott oft ab und wusste nicht, auf welcher Seite ich stand. Vieles legte ich mir so aus, dass es irgendwie passte. Wenn du merkst, dass du innerlich geteilt und angespannt bist und dich nirgends richtig wohlfühlst, dann prüfe mit den folgenden Warnsignalen, was du für dich willst und was dir wichtig ist: Dein Freund lästert über deinen Glauben und deine christlichen Ansichten? Du willst ihm gefallen und machst deshalb Dinge mit, die du nicht willst? Du vergisst Gott und möchtest nicht mehr in Gemeinschaft mit Christen sein? Beten fällt dir schwer oder du hast immer weniger Lust dazu? Eines ist in aller Unsicherheit sicher: Gott liebt dich, so wie du bist und er nimmt dich bedingungslos an.

help!_Sibylle Stegmaier ist Heilpraktikerin für Psychotherapie und Seelsorge in eigener Praxis. Sie liebt Feste, Menschen, Rosen, Jesus und Lachen.


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