Weil Adam und Eva in der Bibel als die ersten Menschen vorgestellt werden, sie Vater und Mutter aller Menschen sind, trifft ihr Schicksal auch alle ihre Nachfahren. Adam und Eva sind nicht mehr im Paradies – alle Menschen auf dieser Erde sind nicht im Paradies. Wir kommen auf die Welt ohne Gott sichtbar zu sehen und ohne ihn zu kennen. »Sünde« heißt nichts anderes als »Trennung von Gott«. Weil zwei Menschen sündigen, ist die Sünde in das Leben aller Menschen nach ihnen eingeschrieben. Kein Mensch ist mehr ohne Sünde, seit Adam und Eva die »Ursünde« begangen haben.
Grundsätzlich gebe ich zu, dass ein schwieriger Gedanke dahinter steckt. Es fällt schwer zu verstehen, dass aufgrund der Schuld eines Menschen die gesamte Menschheit die Konsequenz dieser Schuld trägt. Wir sind an das Prinzip gewöhnt, dass jeder genau das erhält, was er verdient. Dieses Denken ist im Alten Testament nicht so ausgeprägt: Z. B. in Josua 7,1 hält sich ein Israelit, genannt Achan, nicht an die Forderung Gottes. Gott zürnt nicht etwa nur Achan, sondern allen! Dieser Gedanke, dass einer für alle etwas tut, findet sich auch im Neuen Testament. In 1. Korinther 15,21-22 lesen wir: »Denn da durch einen Menschen der Tod gekommen ist, so kommt auch durch einen Menschen die Auferstehung der Toten. Denn wie sie in Adam alle sterben, so werden sie in Christus alle lebendig gemacht werden.« Hier tut nun einer etwas Gutes für alle. Einer bringt das Leben zurück, das ein Anderer allen genommen hat.
Natürlich können wir fragen: Warum lässt Gott die Schlange ins Paradies? Warum lässt Gott die Sünde zu? Diese Fragen kann ich dir nicht beantworten und erklären. Ich kann dir nur sagen, wie ich die Bibel in ihrem gesamten Zusammenhang interpretiere. Ich glaube, dass Gott uns zeigt, wie sehr er uns liebt. Ich glaube, Gott zeigt uns: Ich lasse euch nicht fallen, auch wenn ihr euch von mir abwendet, mich ignoriert, von mir nichts wissen wollt.
help!_Christoph Schubert ist Pfarrer, Ehemann und Vater, leidenschaftlicher Theologe und Tischtennisspieler, Fifa- Traditionszocker und liebt die direkte Begegnung zwischen Menschen jenseits sozialer Online-Netzwerke.
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