Der Beatbox-Workshop Drumcomputer-Sounds mit dem Mund machen – so geht’s



Hintergründe, Infos und Tipps von Beatboxer Domex

 

Das Human Beatboxing enstand in den Anfängen des HipHop in den 80ern und wurde zunächst als Begleitung für Rapper eingesetzt. Zusammen mit dem HipHop wurde auch Beatboxing immer populärer und wird heute noch durch bekannte Künstler vertreten. Sogar Michael Jackson beatboxte gelegentlich. Im Human Beatboxing wurden bereits drei Weltmeisterschaften und viele nationale Meisterschaften veranstaltet!

Beatboxing umfasst die Nachahmung aller möglichen Töne und Klänge mit dem Mund. Für die Erzeugung der Töne und Klänge sind die Zähne, die Lippen, die Atmung und die Zunge verantwortlich. Da die Mundhöhle jedes Menschen anders aufgebaut ist, werden sich bestimmte Töne bei manchen Menschen leicht anders anhören als bei anderen. Zu den Basics des Beatboxens gehören einige Grundtöne, die ich dir gerne zum Ausprobieren näher erklären möchte. Aber um das Beatboxen auch für die Leute angenehm zu machen, die um dich herum sich, solltest du die Hand vor den Mund nehmen. Es kann nämlich auch passieren, dass mehr als nur der gewünschte Ton rauskommt ... ;-)

Die Grundtöne:

Kick (b)
Der Kick ist der erste und wichtigste Grundton. Er wird erzeugt, indem man den Buchstaben "B" stark ausspricht. Dabei werden die Lippen stark aufeinander gepresst und dann wieder locker gelassen. Als Hilfe kannst du dir das Wort "Baum" vorstellen. Sprich "Baum" stark aus und lasse die die Endung "aum" einfach weg. Wiederhole den Kick mehrere Male, um ein Gefühl für die Bewegung deiner Lippen und die Intensität des Beats zu bekommen.

Hi-Hat (ts)
Die Hi-Hat ähnelt einem Zischen. Dabei wird einfach ein "z" bzw. "ts" gesprochen. Der Mund ist so geschlossen, dass die oberen Zähne vor den unteren liegen. Die Zunge muss direkt hinter den oberen Zähnen am Gaumen anliegen. Auch hier einen kurzen Luftstoß rauslassen – und schon hört man ein Zischen.

Snare (pf)
Die Snare ist ähnlich wie der Kick. Der Unterschied liegt darin, dass beim Erzeugen des Tons Luft aus dem Mund ausgestoßen wird. Als Hilfswort kann hier "Apfel" genommen werden. Dabei wird das "pf" stark ausgesprochen. Presse die Lippen stark gegeneinander und lass einen kurzen Luftstoß raus. Die Snare am besten mindestens 5-10 Mal ausprobieren, um dich mit dem Klang etwas vertrauter zu machen.

Hollow Clop (lk)
Beim Hollow Clop werden die Lippen so geformt, als wolle man ein "o" aussprechen. Die Zunge wird an den Gaumen angelegt. Jetzt spannst du die Zunge an bzw. drückst sie kräftig gegen den Gaumen und stößt sie dann schlagartig vom Gaumen ab. Dieser Ton wird meist von Nicht- Beatboxern dann benutzt, wenn beispielsweise Pferdegalopp nachgeahmt wird.

Ein Hollow Clop hört sich ähnlich an wie ein gleichzeitiges Aussprechen von "l" und "k". Deswegen wird der Ton mit "lk" abgekürzt. Macht man den Hollow Clop ganz oft, wirst du bald eine Art Muskelkater in der Zunge spüren.

Die Grundbeats:

Grundbeat 1
Jetzt kannst du bereits einen ersten Beat selber beatboxen. Ein einfacher Beat sieht so aus: b-ts-b-ts (das heißt: Kick-Hi-Hat-Kick-Hi-Hat). Fange zunächst langsam an und versuche die Töne möglichst sauber wiederzugeben. Beachte: Lieber etwas langsamer anfangen und dafür die Töne sauber wiedergeben. Das ist für die späteren Beats besonders wichtig.

Grundbeat 2
Der Beat entspricht dem Grundbeat 1. Es wird nur die Hi-Hat mit einem Hollow Clop ersetzt. Der Beat wird dann so geschrieben: b-lk-b-lk (das heißt: Kick-Hollow Clop-Kick-Hollow Clop). Auch hier den Beat langsam anfangen und oft hintereinander wiederholen.

Grundbeat 3
Nachdem du die ersten Grundtöne kannst, bist du schon in der Lage, einen ersten umfangreicheren Beat selbstständig zu beatboxen. Hierfür kombinierst du Kick, Hi-Hat und Snare. Der Beat sieht folgendermaßen aus: b-ts-pf-ts (das heißt: Kick-Hi-Hat-Snare-Hi-Hat).

Wiederhole den Beat oft hintereinander. Hier ist es ganz wichtig, nicht aufzugeben, wenn es beim ersten Mal nicht klappt. Übung macht den Meister! Bleibe also dran. Den Beat kannst du beliebig oft und beliebig schnell hintereinander beatboxen. Achte bei diesem Beat auf deine Atmung. Bei der Snare wird Luft ausgeatmet, daher musst du immer mal wieder zwischendurch einatmen. Das ergibt sich aber von selber.

Tipps:

1. Diese Grundtöne geben dir einen leichten Einstieg in das Human Beatboxing und wecken hoffentlich dein Interesse dafür. Bedenke: Meistens werden die Töne und Beats nicht auf Anhieb perfekt klappen. Durch Übung kannst du die Technik jedoch sehr schnell verbessern und sehr bald gute und saubere Beats erzeugen. Wenn du eifrig übst, wirst du am Anfang oftmals Muskelkater in den Wangen, Lippen und in der Zunge bekommen. Das ist völlig normal, denn die Muskulatur im Mundbereich muss sich an die Bewegungen gewöhnen. Wenn du neugierig geworden und mehr lernen möchtest, kannst du dich im Internet nach folgenden Tönen schlau machen: Inward Snare, Triple Kick, Base Line und tk-Beat.

2. Wer die Übungen trocken geübt hat, kann auch zu Lieder beatboxen. Dadurch bekommt man ein besseres Taktgefühl. "Drop it like it’s hot" von Snoop Dogg oder "Billie Jean" von Michael Jackson eignen sich gut. Die haben einfachere Beats. Ansonsten alles, was Old School HipHop ist.

Text_"Domex" Domenico Traballano ist seit einigen Jahren im Bereich HipHop aktiv und ist dafür sein eigenes Instrument.


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