Das Festival gibt es bereits seit fast zehn Jahren. Was hat euch auf die Idee gebracht, RWL (Rock Without Limits) zu starten?
Die Idee entstand eigentlich auf dem Balinger Rockfestival – einem weiteren christlichen Festival, mit dem wir inzwischen eng verbunden sind. Wir wollten so etwas auch in unserer Stadt haben – Und haben es in unserem jugendlichen Leichtsinn einfach mal gemacht.
Erinnerst du dich noch an das allererste Festival? Wie war das? Erzähl mal!
Es war sehr spannend! Alles war neu für uns – von der finanziellen Planung bis zur Technik – wir hatten im Grunde keine Ahnung. Wir hatten mit 300 Leuten gerechnet, 450 waren dann da – was auch gut so war, denn die Ausgaben waren falsch kalkuliert und so kamen wir mit den 450 Leuten finanziell grade so hin. Eine Story an die ich mich noch erinnere: "Electrics" aus England waren da, und dem Sänger war den ganzen Tag schlecht. Beim Aufräumen fanden wir ein Glas Paprika, das irgendwie komisch aussah, um es mal vorsichtig zu umschreiben.
Seit 2003 findet jedes Jahr RWL statt. Ist es schwer, immer coole Bands zu finden, die Zeit haben zu spielen?
Eigentlich ist es eher schwer, zu "filtern" – so viele Bands wollen gerne spielen, und wir wollen eigentlich auch alle spielen lassen, aber so viel Zeit haben wir leider nicht. Die gute Nachricht an dieser Stelle ist auf jeden Fall: Es gibt eine ganze Menge coole Bands! Und wir versuchen jedes Jahr ein paar davon zu präsentieren.
Nach welchen Kriterien wählt ihr die Bands aus, die auf dem Festival spielen?
Das wichtigste Kriterium ist musikalisches Können. Bands, die bei uns spielen, müssen was auf dem Kasten haben. Dann ist es uns wichtig, eine gute Balance zwischen Newcomern, bekannten Bands und "Stars" zu haben. Jeder soll zum Zug kommen. Und, da wir ein christliches Festival sind, sollen die Bandmitglieder Christen sein.
Parallel zu den großen Stars, stehen auch immer wieder Newcomer auf der Bühne. Was steckt dahinter?
Das sind mehrere Dinge: Zunächst einmal freuen wir uns unheimlich, wenn sich junge Leute zusammen tun und neue Musik schaffen, die uns begeistert. Das wollen wir fördern, auch wenn die Mengen vielleicht noch nicht so zujubeln. Außerdem sind die Newcomer von heute die Stars von morgen – und auf diesem Weg wollen die die Bands fördern und begleiten.
Hat irgendjemand von den Newcomern schon mal den Durchbruch geschafft?
Eigentlich die meisten – das merkt man schon an der Auflistung der Gewinner des Bandcontests, darunter solche Namen wie "Good Weather Forecast", "Antz of Glory" (die sich dann leider aufgelöst haben) und "My Little Rockstar Dream".
Ende Oktober geht es wieder los: Wie genau muss man sich die Planung für so ein großes Event vorstellen? Wann fangt ihr mit der Planung an?
Die Planungen für das Folgejahr beginnen eigentlich, sobald das Festival über die Bühne ist. Dann führen wir erste Vorgespräche mit geplanten Headlinern, im Frühjahr buchen wir dann die europäischen und deutschen Bands, und im Frühsommer geht es los mit der Suche nach Sponsoren, Erstellung des Plakats und Suche nach Mitarbeitern. Und dann kommen die tausend Kleinigkeiten, die man bis dahin nicht erledigen konnte. ;-)
Ist bei der Planung des Festivals auch schon mal so richtig was schief gegangen?
Das passiert leider ständig! Seltener in der Planungsphase als dann bei der Ausführung, sprich beim Festival selbst – da kommen Bands zu spät oder gar nicht (Vollsperrung der Autobahn), drehen einfach in England auf dem Flughafen wieder um und fliegen zurück in die USA, anstatt nach Deutschland, Mitarbeiter fehlen, die Soundchecks werden nicht rechtzeitig fertig und und und … Alles schon da gewesen. ;-)
Gibt es neben den musikalischen Acts noch andere Angebote auf dem Festival?
Dieses Jahr haben wir zum ersten Mal einen "Prayer Corner" – wer etwas Ruhe möchte und beten oder für sich beten lassen will, kann das dort tun. Das Balinger Rockfestival wird wieder Meet & Greet-Termine mit einzelnen Festivalbands anbieten. Und sicher werden einige Bands und Musiker wieder besondere Aktionen planen, von denen wir selbst noch nichts wissen.
Wenn ich jetzt als 15-Jährige/r noch nie da war und meine Eltern für die Erlaubnis überreden muss, wie sollte ich das anstellen? Welche Argumente sollte ich anbringen?
Das beste Argument ist: Da ist auch was für euch dabei! Wir haben drei Bühnen, davon eine mit jeder Menge hochwertiger Pop-Bands. Da können auch Mama und Papa bedenkenlos mitschunkeln und den Abend genauso genießen wie es die Jugend beim Rocken krachen lässt.
Was macht für dich den besonderen Reiz des Festivals aus?
Rock Without Limits ist sehr vielseitig – von sanftem Pop bis brachialem Metal findet man bei uns alles. Jeder kann sich aussuchen, was am besten gefällt und sich sein ganz persönliches Festivalprogramm zusammenbasteln.
Warum ist das RWL etwas Einzigartiges?
Wir versuchen mit RWL ein Festival zu kreieren, das ganz verschiedene Stile der christlichen Musik präsentiert und das zu einem Preis, den sich jeder leisten kann. Die freundliche und familiäre Atmosphäre konnten wir uns zum Glück trotz der Vergrößerung des Festivals ebenfalls erhalten.
Interview_Hella Thorn mag Festivals – genauso wie Johannes Radtke, der das "Rock Without Limits" mitorganisiert.
Infos:
Das Festival findet am 26.10.-27.10.2012 in Balingen (Volksbankmesse und Club »Loft«) statt.
Tickets gibt’s im Internet und an bestimmten, auf der Website aufgelisteten, Vorverkaufsstellen für 24 Euro.
Web: www.rockwithoutlimits.de