»Denn der Herr tut heute noch Wunder, Stunde um Stunde, Tag für Tag …« Wirklich? Ist das so? Samuel Harfst singt das auf seiner CD »Audiotagebuch « so fröhlich und wir trällern es alle mit, aber erleben wir das auch? Glauben wir, dass Gott heute noch Wunder tut? Glaubst du, dass er in deinem Leben heute noch Unerklärliches tun kann, oder ist das mit den Wundern längst Geschichte? Damals in der Bibel war das vielleicht so, aber heute?
Wunder selbst erlebt
Für mich haben sich die Fragen geklärt, als ich mit 15 Jahren im Krankenhaus lag und eine Knie-OP vor mir hatte. Die Röntgenbilder hatten eindeutig einen Defekt im Knie gezeigt, den man nun durch einen Eingriff beheben wollte. Da ich ein großer Sportfan war, hatte ich eine riesige Angst vor dieser Operation. So lag ich damals im Krankenhaus. Meine Eltern hatten der Operation schon zugestimmt, die Narkosepapiere waren bereits unterschrieben und ich wusste: Nur noch ein Wunder konnte mich vor dieser Operation bewahren. So betete ich wie ein Verrückter. Und das Wunder geschah: Am nächsten Tag wurde vor der Operation noch ein letztes Mal geröntgt und die Ärzte konnten es nicht fassen: Das Knie war wieder vollkommen in Ordnung und man schickte mich unverrichteter Dinge nach Hause.
Grenzen sprengen
Seither glaube ich, dass Gott auch heute noch Wunder tut. Aber nicht nur deshalb, sondern vor allem, weil Jesus in der Bibel es sagt: »Ich versichere euch: Wer an mich glaubt, wird die Dinge, die ich tue, auch tun; ja er wird sogar noch größere Dinge tun.« (Johannes 14,12) Wunder haben nie aufgehört und Gott möchte auch heute in deinem Leben noch Wunder tun. Du darfst und sollst für Wunder beten! Ja, es ist sogar unser Auftrag als Christen, Übernatürliches zu erwarten. Jesus sagt, dass Wunder ein Merkmal sein sollen, woran man uns als Christen erkennt: »Die Glaubenden aber werden an folgenden Zeichen zu erkennen sein: In meinem Namen werden sie böse Geister austreiben und in unbekannten Sprachen reden. Wenn sie Schlangen anfassen oder Gift trinken, wird ihnen das nicht schaden, und Kranke, denen sie die Hände auflegen, werden gesund.« (Markus 16,17-18)
Wunder – Gottes Tagesgeschäft
Wow. An diesen Dingen soll man einen Christen erkennen können? Ich muss gestehen, bei mir ist es nicht täglich so, dass ich gegen Schlangen kämpfe, böse Geister austreibe und Kranke gesund bete. Aber wenn ich einen Blick in die Bibel werfe, dann entdecke ich schon, dass Menschen die mit Gott gelebt haben, auch immer Übernatürliches erlebt haben. Bei Petrus zum Beispiel wurden die Kranken schon gesund, wenn nur sein Schatten auf sie fiel (Apostelgeschichte 5,15) oder bei Paulus, wenn sie nur sein nasses Schweißtuch berührten (Apostelgeschichte 19,12). Philippus erlebt, dass er von einem zum anderen Ort gebeamt wird, als er mit einem äthiopischen Geschäftsmann über Gott redet (Apostelgeschichte 8,39) und Silas und Paulus erzeugen durch einfachen Gesang ein Erdbeben (Apostelgeschichte 16,26).
Aber auch schon im Alten Testament waren Wunder eine klare Bestätigung der Glaubenden. Gott bevollmächtigte Menschen Wunder zu tun, um zu zeigen, dass er hinter ihnen stand. So konnte der Prophet Elia einen toten Jungen wieder auferwecken (1. Könige 17,17-24) oder Feuer vom Himmel fallen lassen (2. Könige 1,9-15) und rannte knapp 40 Kilometer vor einem Pferdegespann her (1. Könige 18,46). Elisa konnte eine Axt zum Schwimmen bringen (2. Könige 6,6). Mose teilte das rote Meer (2. Mose 14,10-20), Simson erschlug mit einem Eselknochen 1000 Feinde (Richter 15,15) und ließ mit bloßer Muskelkraft ein mehrstöckiges Gebäude zusammenbrechen (Richter 16,30). Damit nicht genug: Daniel überlebte die Löwengrube (Daniel 6,15-25) und seine Freunde den Feuerofen (Daniel 3,13-27). Gideon besiegte mit 300 Kriegern eine Übermacht ausgebildeter Soldaten (Richter 8,4-12). David schlägt neben Goliath (1. Samuel 17,41-54) auch einen Bären tot (1. Samuel 17,34) und Josua schafft es, dass Sonne und Mond einen Tag lang einfach stehen bleiben (Josua 10,12-14).
Wunder waren bei Gott also schon immer an der Tagesordnung und auch die Kirchengeschichte zeigt, dass mit dem Neuen Testament die Zeit der Wunder nicht vorbei war. Auch heute noch erleben Christen überall auf der Welt, dass Gott lebendig ist und wirkt.
Gott versus Wissenschaft
Unser Problem ist nur, dass wir oft ein zu kleines Bild von Gott haben. Wir denken: »Das ist doch überhaupt nicht möglich – das würde jedem Naturgesetz widersprechen!« Aber genau das ist der Punkt: Es ist nur dann ein Wunder, wenn es eigentlich unmöglich erscheint. Gott ist größer als jedes Naturgesetz und alles Denkbare oder Mögliche. Wir müssen als aufgeklärte und abgebrühte Europäer wieder neu lernen, Gott das Unmögliche zuzutrauen. Wieder wie ein Kind vertrauen, dass der Papi alles kann und ihm nichts unmöglich ist.
Steig aus dem Boot
Wenn wir mehr der Wissenschaft oder der Medizin glauben als Gott selbst, dann berauben wir uns der Wunder, die Gott tun möchte. Wir denken mit unserem kleinen, begrenzten Horizont, dass es unmöglich ist, dass jemand wieder gesund wird oder übernatürliche Dinge geschehen werden. Aber wenn wir diese Dinge nicht erwarten und nicht damit rechnen, dann werden sie auch in unserem Leben nicht passieren. Goethe sagte einmal: »Wer Wunder hofft, der stärke seinen Glauben.« Du wirst Gott nur erleben, wenn du für große Dinge betest und wenn du Gott zutraust, dass du entgegen aller Naturgesetze im Sturm aus dem Boot steigen und auf dem Wasser gehen kannst (Matthäus 14,22-33). Aber wenn du immer nur im Boot sitzen bleibst und immer nur kleine Gebete betest, dann wirst du nie erfahren, ob du auf dem Wasser gehen kannst oder nicht. Deshalb: Steig aus dem Boot! Riskier ein Wunder!
Schritte gehen
Wenn du das Gefühl hast, dein Glaube ist für große Wunder viel zu klein, dann bist du in guter Gesellschaft. So geht es allen. Fang trotzdem an zu beten, vielleicht zunächst ein kleines Gebet: »Hilf mir vertrauen!« (Markus 9,24) Und dann geh kleine Schritte: Bete für den Schnupfen deiner Freundin, dann für das gebrochene Bein und dann für die gescheiterte Ehe deiner Bekannten. Traue Gott Stück für Stück mehr zu. Denn: »Der Herr tut heute noch Wunder, Stunde um Stunde, Tag für Tag …« Wirklich!
Text_Daniel Harter möchte nie aufhören, Großes von Gott zu erwarten und täglich mit Wundern zu rechnen.