jobreport | Tourismuskauffrau/-mann

Wer bucht eine Reise eigentlich noch in einem Reisebüro und was macht ein/e Tourismuskauffrau/-mann konkret? teensmag hat nachgefragt.

 

Grau ist es draußen. Und nass. Eigentlich genau der richtige Zeitpunkt, um sich weit weg zu träumen: an einen herrlichen Strand, wo die Sonne im Meer glitzert, wo man viele fremde Menschen, fremde Gerüche, fremde Kulturen kennenlernen kann. Wenn diese Träume, nicht nur Träume bleiben, sondern konkret Gestalt annehmen, dann ist Nina die richtige Ansprechpartnerin. Denn Nina ist Tourismuskauffrau.

 

Auf den Service kommt es an

Zu Nina ins Reisebüro kommen vor allem Leute, die sich individuell ihre Reise zusammenstellen möchten oder die sich einen Work & Travel-Aufenthalt in z. B. Australien oder Neuseeland wünschen. Mit diesen Kunden plant Nina ganz genau, wie die Reise aussehen soll: Flug, einzelne Unterkünfte, Reisehighlights – all das bespricht sie und bucht die gewünschten Reisebausteine anschließend für den Kunden über die Partner, mit denen das Reisebüro vor Ort zusammenarbeitet. »Natürlich kann man sich seine Reise auch selbst im Internet zusammensuchen – wenn man ganz viel Zeit hat«, gibt Nina zu. »Aber die meisten Leute vergessen dabei, dass wir hier ganz andere Kontakte haben, viele Angebote günstiger anbieten können und dass wir natürlich auch immer als Ansprechpartner da sind, wenn mal etwas passieren sollte oder nicht so läuft wie geplant. Sowohl vor der Reise als auch währenddessen und danach.« So spart man sich nicht nur viel Zeit mit Suchen und Vergleichen, sondern schont auch noch die Nerven.

 

Organisationstalent gefragt

Genau das liebt Nina auch an ihrem Beruf: Selbst in ihrer Heimatstadt Konstanz lernt sie ständig neue Leute kennen, erfährt durch sie Einzelheiten aus fremden Ländern und Kulturen und kann ihr Organisationstalent voll ausleben. Denn das braucht man als Tourismuskauffrau/-mann auf alle Fälle: Angebote einholen, vergleichen, mit den Kunden absprechen, buchen, bestätigen – oft hat Nina gleich mehrere Dinge gleichzeitig zu erledigen. Und das das ganze Jahr über. Denn so einen typischen Buchungsmonat gibt es bei ihnen im Reisebüro nicht. Da die meisten Kunden längere Auslandaufenthalte planen, herrscht das ganze Jahr über durchweg Betrieb. »So kommt wenigstens keine Langeweile auf«, lacht Nina. Und man lernt ständig neue Reiseziele, Sehenswürdigkeiten und landesspezifische Eigenarten kennen. »Das macht die Liste mit den Reisezielen, die ich selbst unbedingt besuchen will, leider nicht kürzer.«

 

Lernen in der Praxis

Die Ausbildung zur Tourismuskauffrau/-mann dauert in der Regel drei Jahre und umfasst neben schulischen Bestandteilen, mit Fächern wie Betriebswirtschaftslehre, Rechnungswesen, (Business-)Englisch, Reiseverkehrsrecht oder Erdkunde, vor allem einen hohen Praxisanteil im Betrieb. Schließlich muss man lernen, wie man Beratungsgespräche führt und sich am besten selbst organisiert. Man muss die Angebote der einzelnen Partner kennen und sich natürlich mit den Buchungsprogrammen auskennen. Wichtig ist auch, dass man sich grundsätzlich für andere Länder und Kulturen interessiert und im besten Fall auch schon einiges an Reiseerfahrung mitbringt. »Wer aber bisher noch nicht viel reisen konnte, kann trotzdem den Beruf ergreifen«, erklärt Nina. »Viele Kunden berichten nach ihren langen Reisen von dem, was sie erlebt haben. Da lernt man eine Menge. Und daneben gibt es auch immer wieder viele interne Schulungen, Informationsabende oder sogar Bildungsreisen.«

 

Fortbildung in fernen Ländern

Nina arbeitet bei STA Travel – pro Jahr stehen den insgesamt 350 Mitarbeitern in Deutschland, Österreich und der Schweiz 100 Plätze für die sogenannten Inforeisen des Unternehmens zur Verfügung. Diese Ferntrips sollen den Mitarbeitern deutlich machen, was genau eigentlich angeboten wird. Was also nach Urlaub klingt, ist harte, wenn auch angenehme, Arbeit. Innerhalb weniger Tage lernen die Reiseteilnehmer die wichtigsten Sehenswürdigkeiten und Tourenangebote sowie die von STA Travel angebotenen Reisebausteine im Zielland kennen. Auf diese Art und Weise konnte Nina bereits Neuseeland und Australien kennenlernen.

 

Reisen bildet weiter

Wem das an Weiterbildungsmöglichkeiten nicht reicht, der hat die Möglichkeit, einen Fachwirt (in Marketing, Tourismus oder Management) draufzusetzen. Man kann – selbst ohne Abitur – studieren, Büroleiter oder Regionalleiter werden oder sich innerhalb der Reisebürokette an eine andere Abteilung (Marketing, Produktmanagement, Buchhaltung, …) versetzen lassen. Und natürlich ist die persönliche Weiterbildung durch eigene Reisen das, was am meisten Spaß macht. Für dieses Jahr stehen bei Nina die Ostküste der USA und Kanada auf dem Programm. Und nächstes Jahr vielleicht Afrika? Die Liste der »Must see«-Ziele ist auf jeden Fall lang und wird durch ihren Beruf eher länger statt kürzer.

_Hella war mit Nina schon einmal zusammen in Costa Rica. Damals hat sie die Reise noch übers Internet gebucht – das macht sie heute nur noch selten.

 

Ausbildungsinfos

Deutschland  

Was// Tourismuskauffrauen und –männer beraten, planen, organisieren und buchen Urlaubsreisen oder auch Geschäftsreisen für große Konzerne. Nebenbei machen sie oft auch Marketing für das Reisebüro oder den Konzern, in dem sie angestellt sind.

Dauer// In der Regel drei Jahre

Voraussetzungen// Mindestens Mittlere Reife, Interesse am Organisieren und Reisen haben, sollte sich eine beratende, kaufmännische und verwaltend-organisatorische Tätigkeit gut vorstellen können; Fremdsprachenkenntnisse sollten mindestens in Englisch vorhanden sein.

Weiterbildung// Möglichkeit, berufsbegleitend den/die Fachwirt/in zu erlangen, Studium im Hotel- oder Tourismusmanagement oder man macht sich selbstständig.

Infos// bit.ly/1g36c0V

 

Österreich

Was// Tourismuskauffrauen und –männer werden dazu ausgebildet in der sogenannten Tourismuswirtschaft und –verwaltung (z. B. Reisebüros) tätig zu sein. Dazu gehören neben den organisatorischen und planerischen Aufgaben auch kaufmännische und welche aus dem Bereich des Managments.

Dauer// Drei Jahre an einer Tourismusfachschule. Zwischen den einzelnen Schuljahren hat der Lehrling die Pflicht, jeweils ein achtwöchiges Praktikum im Betrieb zu absolvieren.

Voraussetzungen// Abschluss der achten Klasse, mindestens. Sprachkenntnis in Englisch oder anderen Sprachen sollten vorhanden sein, Interesse an Organisation, Management, kaufmännischen Aufgaben und beratenden Tätigkeiten.

Weiterbildung// Die Tourismusfachschulen bieten auch Weiterbildungsmöglichkeiten an, auch ein Studium ist nicht ausgeschlossen, je nach Schulabschluss. Man kann aber auch Leiter eines Reisebüros werden oder sich selbstständig machen.

Infos// tourismusausbildung.at  educaedu.at/ausbildung-tourismuskauffrau-bzw-tourismuskaufmann-ausbildung-2713.html

 

Schweiz

Was// Kaufleute Hotel-Gastro-Tourismus (HGT) arbeiten in Hotels, Gastrobetrieben oder Tourismusbüros, organisieren Veranstaltungen, nehmen Bestellungen und Buchungswünsche entgegen. Sie können aber auch im Finanz- und Rechnungswesen arbeiten und sich da eher um finanzielle, kaufmännische oder verwaltungstechnische Aufgaben kümmern.

Dauer// Drei Jahre im Betrieb und in einer Ausbildungsschule

Voraussetzungen// abgeschlossene Volksschule, Fremdsprachenkenntnisse in mind. zwei Sprachen, gute Auffassungsgabe, Kontaktfreudigkeit, gepflegtes Äußeres, guter Umgang mit dem PC, etc.

Weiterbildung// Es gibt verschiedene Weiterbildungsangebote von Berufsschulen und den Berufsverbänden. Außerdem kann man nach der Ausbildung an eine Fachschule wechseln oder eine Berufs- bzw. Fachprüfung ablegen.

Infos// berufsberatung.ch/dyn/1199.aspx?data=activity&id=4018&searchsubmit=true&search=Tourismus

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