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vergeben soll. Eine Antworterin empfiehlt ihr ein »fettes NEIN«, eine andere weiß, dass vergeben »einfacher gesagt als getan« ist. Warum ist vergeben so schwierig?
Zu Unrecht
Jedem von uns wird bestimmt einmal etwas Ungerechtes angetan. Sei es, dass dein kleiner Bruder mehr Spielzeug erhalten hat, oder dass dich ein Lehrer in der Schule zu Unrecht beschuldigt hat, oder dass dich der Schiri beim Fußballmatch falsch beurteilt und darum vom Platz gestellt hat. In diesen ungerechten Momenten möchtest du bestimmt in einem Wald Bäume anschreien gehen, so stark sind der Schmerz und die Wut über das Erlebte. Tu es. Es hilft. Es hört dich niemand außer Gott und du tust niemandem weh. Und wenn du den Baum dann zu Boden geschrien hast, ist es an der Zeit dich zu fragen, wie es weitergehen soll. Du kannst versuchen, die Situation einfach zu akzeptieren und weiterzuleben. Gott lehrt uns aber, in diesen Momenten noch weiter zu gehen und nicht nur zu akzeptieren, sondern auch zu vergeben und Freundschaften zu erhalten: »Wer über die Fehler anderer hinwegsieht, gewinnt ihre Liebe; wer alte Fehler immer wieder ausgräbt, zerstört jede Freundschaft« (Sprüche 17,9). Vergeben bedeutet nicht vergessen, aber ablegen.
Happy Hearts
Jesus verlangt von uns, dass wir vergeben: »Da wandte sich Petrus an Jesus und fragte: ’Herr, wie oft muss ich meinem Bruder vergeben, wenn er immer wieder gegen mich sündigt? Siebenmal?’ – ’Nein’, gab Jesus ihm zur Antwort, ’nicht siebenmal, sondern siebzig mal siebenmal!’« (Matthäus 18,21- 22). Wenn du jemandem siebzig mal siebenmal für eine Sünde an dir vergeben hast, dann bist du mit Sicherheit nicht mehr wütend auf die Person. Die Bibel macht es uns nicht einfach. Aber recht hat sie. Vergebung ist der Weg, Freundschaften zu erhalten. Und vor allem, um ein glückliches Herz zu gewinnen und zu behalten. Einfach ist das nicht. Darum bitte Gott um seine Hilfe. Nur wenn uns Gott hilft zu vergeben, ist es echt und hilft deinem Herzen.
Der andere Lifestyle
Bei der ganzen Vergebungskiste haben wir uns bisher auf einen Standpunkt beschränkt. Den, wo andere uns Unrecht tun und wir ihnen vergeben. Doch es gibt natürlich auch die andere Seite. Wir sind Menschen, die Fehler machen und andere verletzen. Darum sollten wir unseren Blick mal auf uns richten. Vielleicht bist du der jüngere Bruder, der mehr Spielzeug erhalten hat. Vielleicht bist du der Schiedsrichter und hast wirklich einem Spieler zu Unrecht die rote Karte gezeigt. Wir sind abhängig davon, dass uns unsere Mitmenschen vergeben. Gott ist es aber auch wichtig, dass wir unseren Mitmenschen vergeben, so, wie er uns mit dem Tod seines Sohnes vergeben hat. Sei dankbar, wenn dir Mitmenschen deine Fehler vergeben und vergiss nicht, selbst zu vergeben und damit Freundschaften zu erhalten. Martin Luther King bringt es auf den Punkt: »Vergebung ist keine einmalige Sache, Vergebung ist ein Lebensstil«.
Text_Simon Wälti wünscht sich, dass Menschen ihre persönlichen Vergebungsgeschichten miteinander teilen und hat deswegen die Internetseite www.forgive.ch ins Leben gerufen.
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