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Was reizt dich an deiner Rolle als Marlon, dass du schon neun Jahre dabei bist?
Simon-Paul// Es ist ein Luxus, in diesem Beruf ein festes Engagement zu haben. Ich kann jeden Tag vor der Kamera stehen und das machen, was ich wirklich machen möchte. Ich liebe meine Rolle. Es gibt immer neue Geschichten zu erzählen, dadurch wird’s nicht langweilig. Und das Team ist einfach super.
Du spielst erst seit einem Jahr die Ruth. Wie hast du dich auf deine Rolle vorbereitet?
Simone// Ähm … (lacht) Ich hab mir Straßenhunde angeguckt, wie die sich so verhalten, und hab das übertragen.
Als du im Marienhof angefangen hast, warst du noch Schüler. Wie hast du es geschafft, die Schule und die Schauspielerei zu verbinden?
Simon-Paul// Das war bei mir ein bisschen anders als bei anderen. Ich hab bereits mit elf angefangen nebenbei zu drehen. Mit 15 war ich schon ein Jahr in Hamburg und hab ‛ne Serie gedreht. Da hatte ich nebenher Privatunterricht. Man muss irgendwie in der Schule einen Zahn zulegen. Man darf das nicht vernachlässigen.
Was rätst du Teens, die gerne Schauspieler werden wollen?
Simon-Paul// Also, ich rate ihnen, sich das gut zu überlegen. (lacht) Es ist nicht so einfach, wie man sich das vorstellt. Auf jeden Fall rate ich: Macht eure Schule zu Ende. Oder macht erst mal ‛ne Ausbildung. Man weiß nie, wie lange man in der Schauspielerei wirklich Fuß fassen kann. Und wenn man diesen Schritt dann gehen möchte, kann man sich in einer Agentur anmelden. Man braucht ‛ne Agentur oder ein Management im Rücken. Und viel Disziplin.
Was haben deine Familie und Freunde zur Schauspielerei gesagt?
Simone// Sie fanden das alle cool, weil sie wussten, dass es immer mein Traum war, als Schauspielerin zu arbeiten, egal in welchem Bereich. Ich hab früher immer Marienhof mit meiner Schwester geguckt, hatte dann aber Vorbehalte als Schauspielerin in einer Soap zu arbeiten. Doch die Vorbehalte haben sich alle nicht bestätigt (lacht).
Was magst du an Ruth und was magst du nicht so an ihr?
Simone// Ich mag, dass sie hundert Prozent ehrlich ist. Dass sie sagt, wenn ihr was nicht passt, und dass sie sich nicht verbiegen lässt. Was ich nicht so mag: Sie ist stur und steht sich dabei selber im Weg. Und dass sie ihre Schwester manchmal unterbuttert. Am Anfang war sie ein sehr, sehr dominanter Charakter und hat sich nie von ihrer Schwester was sagen lassen.
Bringst du auch etwas von deiner Persönlichkeit in den Marlon ein oder ist das wirklich nur eine Rolle?
Simon-Paul// Der Marlon ist meine bessere Hälfte (lacht). Ich meine, er ist immer verständnisvoll. Der hat immer einen guten Spruch auf Lager, immer ein offenes Ohr … Das gibt’s ja eigentlich schon fast gar nicht! Ich find ihn wahnsinnig charmant und sehr sympathisch. Ansonsten haben wir mittlerweile einen ganz anderen Kleidungsstil. Wo wir ähnlich sind, ist die Zielstrebigkeit, was das Berufliche angeht.
Welche Episode in Marlons Leben fandest du bisher am schwierigsten zu spielen?
Simon-Paul// Puh … Die schwierigen Geschichten oder Szenen sind mir eigentlich fast noch die liebsten. Was war da das Schwierigste? Also, Amelies Tod war furchtbar zu erzählen, weil es eine traurige Geschichte ist. Ich hab diese Geschichte vier Monate erzählt. In der Zeit hab ich nur Trauer, Depressionen und Tränen am Set spielen müssen – das geht schon ein bisschen selber an die Psyche. Aber man muss lernen, aus der Rolle auszusteigen.
Im Zusammenhang mit Amelies Tod spielen bei »Marienhof« einige buddhistische Motive eine Rolle, z.B. Seelenwanderung. Glaubst du privat auch an so was?
Simon-Paul// Auf jeden Fall. Also, ich glaube schon an Reinkarnation (wenn die Seele nach dem Tod in ein neues Lebewesen schlüpft, Anm. d. Red.), Seelenwanderung. Ich glaube, dass es da mehr gibt, als wir mit unserem Verstand wahrnehmen. Ich glaube, dass wir nicht alle unsere Sinne ausschöpfen. Man hat bestimmt einen sechsten oder siebten Sinn oder ein drittes Auge. Ich glaube auch daran, dass, wenn man sich Sachen wünscht, diese auch eintreffen, man muss nur wirklich dran glauben.
Spielt der christliche Glaube in deinem Leben eine Rolle?
Simon-Paul// Ich glaube auf jeden Fall. Ich gehe ab und zu in die Kirche. Also, wenn ich in der Stadt bin und an einer Kirche vorbeigehe, dann gehe ich rein. Aber ich hab nicht die Bibel gelesen und bin nicht bibelfest.
Wie siehts bei dir mit dem Bibellesen aus?
Simone// In der Bibel lesen? Eher nicht so. Mir helfen immer Gespräche über Gott sehr weiter, wenn ich mit anderen Menschen rede. Weil ich im Moment auch immer noch so ‛n bisschen suchend bin: Woran glaube ich? An was muss ich glauben?
Spielt der christliche Glaube denn in deinem Leben eine Rolle?
Simone// Ähm … Also, ich bin evangelisch und auch konfirmiert. Also, ich war nach meiner Konfirmation extrem anti Kirche und dachte mir: »Eigentlich möchte ich da raus.« Ich hab das zu dem Zeitpunkt nur wegen dem Geld gemacht. Und weil das halt alle machen, sich konfirmieren lassen. Aber dann bin ich nach Taizé gefahren und bin einfach so vielen Menschen begegnet, denen der Glaube so krass weitergeholfen hat und die durch den Glauben ganz stark miteinander verbunden waren. Seitdem habe ich zum Christentum ein bisschen mehr Verbindung. Also, ich geh nicht jede Woche in die Kirche und so, aber wenn Taizé-Gebete sind … Da geht’s auch ‛n bisschen mehr um Gemeinschaft und so und nicht um Kirche. Aber den Glauben an sich find ich wichtig. Egal ob das der Glaube an Buddha ist oder an Gott oder Allah oder was-weiß-ich-was …
Betet ihr auch selbst?
Simone// Bei den Taizé-Gebeten schon. Und in Gedanken auch oft. Aber es ist nie ein offizielles Hinsetzen und Händefalten.
Simon-Paul// Ich setz mich nicht abends hin und bete. Ich wünsche mir, dass bestimmte Dinge gut laufen für mich oder für andere. Man kann das schon beten nennen. Ich glaube an etwas, an jemanden, der ein Auge auf uns hat, auf jeden Fall.
Vielen Dank für das Gespräch und weiter viel Erfolg!
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