Hinter den Kulissen teensmag bei den Dreharbeiten zum Kinofilm "OSTWIND"



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thinkstockphotos.de

Die Sonne brennt durch den Wagen als wir die Autobahn bei Kassel verlassen und über kurvige Landstraßen ins Niemandsland fahren. Eine halbe Stunde und viele Kurven später sind wir da. Gut Waitzrodt ist als Drehort ausgesucht worden. Die Straße ist schon voll mit vielen parkenden Autos, Sprintern, Wohnwagen und Pferdeanhängern. Gedreht wird heute in der Reithalle.

Auf dem Storyboard ist als Tagesplan eine Stuntszene vermerkt. Zusammen mit den Pressesprecherinnen des Filmverleihs und der Pferdetrainerin Kenzie Dysli schleichen wir uns auf die Tribüne, die schon von vielen Komparsen bevölkert ist. "Handys aus. Und ruhig sein. Fotografiert werden darf hier leider auch nicht, um das Pferd oder die Crew nicht zu verwirren", wird uns erklärt. Es gibt aber einen Set-Fotografen, der mit riesigen, spacig aussehenden Apparaten das Ganze auf Foto festhält und uns anschließend auch mit Bildern versorgen wird. Wir halten uns also an das Verbot und gucken uns gespannt um.

Wichtige Vorbereitungen

Vor der Halle hört man schon ein Pferd, vermutlich der Star des heutigen Tages, wiehern. Von draußen scheint "künstliches" Sonnenlicht in die Reithalle. Da die Fenster der Halle ziemlich klein sind, wurden davor riesige Scheinwerfer und Reflektoren aufgebaut, die nun den Effekt haben, als würde die Sonne in die Reithalle scheinen. So müssen auch nicht die hässlichen Neonröhren angemacht werden. Die Regisseurin spricht mit den Kameraleuten, den Tontechnikern und dem Aufnahmeleiter die letzten Details ab. Plötzlich betritt ein Mann die Halle und ruft laut: "Achtung! Pferd kommt!" Alle, die nicht unbedingt auf der Sandfläche gebraucht werden, verlassen den Innenkreis. Eine Set-Assistentin harkt noch mal schnell den Sand und dann kommt Hanna Binke auf Ostwind, der eigentlich Vaquero heißt. Aber halt! Das ist nicht Hanna! Denn die sitzt mit der Kinderbetreuerin vom Set hinter uns! Und das auf dem Pferd ist auch kein Mädchen, sondern ein Mann! Ein Stuntman! Mit Perücke und Schminke. Wahnsinn! Pferd und Reiter galoppieren einige Runden, um sich aufzuwärmen. Dabei witzelt der Stuntman auf Französisch mit seinem Trainer. Echtes Filmfeeling kommt auf.

Klappe, die erste

Regisseur und Aufnahmeleiter verschwinden hinter dem Monitor. Jemand ruft: "Ton?", weiter weg ertönt "Läuft!". Nach und nach wird das benötigte Equipment (verschiedene Kameras, die aus unterschiedlichen Perspektiven gleichzeitig filmen, der Ton und noch eine kleine Set-Handkamera) auf seine Bereitschaft hin überprüft. Als alle startklar sind ruft die Regisseurin "uuuuuund bitte!" und es geht los. Pferd und Reiter traben an uns vorbei, erhöhen das Tempo und galoppieren schließlich kurz durch die Halle bis vor ein aufgebautes Hindernis. Das Pferd wird ruckartig gestoppt. Cut. Eine Klappe, wie man sie aus Filmen kennt, wird tatsächlich kurz vor die Kameras gehalten und der Regieassistent nennt die Einstellung und die Szene, sodass man hinterher, wenn der Film zu einem Ganzen zusammengeschnitten wird, noch weiß, was welche Szene war. Anschließend guckt sich die Crew die gedrehte Sequenz am Monitor an. Passt alles? Kleine Veränderungen werden durchgesprochen. Pferd und Reiter sollen das Tempo ein bisschen erhöhen und vielleicht ein bisschen mehr schlittern. Die eine Kamera muss doch noch ein paar Zentimeter verrückt werden. Anschließend wird die Einstellung noch zweimal gedreht. Dann ist alles im Kasten und alle applaudieren erleichtert. Nun darf sich auch das Pferd ausruhen.

Jede Menge Umbauarbeiten

Das Set wird umgebaut. Die Kameras nehmen eine neue Position ein, der Monitor, auf den die Regisseurin und der Aufnahmeleiter gucken und sehen, was die Kameras gerade für ein Bild einfangen, muss zur Seite geschoben werden. Nach kurzer Zeit kann es weitergehen. Nun soll Ostwind alias Vaquero vor dem Hindernis steigen, also mit den Vorderhufen in die Luft gehen. Denn im Film hat die Kontrahentin von Mika Ostwind beim Turnier eine Salbe auf die Hufe geschmiert, die Wärme erzeugt und den Hengst ganz unruhig werden lassen. Auch diese Szene wird zweimal gedreht, bevor alles im Kasten ist und die Crew sowie die Komparsen zufrieden klatschen. Eine Stunde Mittagspause. Leider nicht für alle. Denn ein Teil der Crew muss das Set umbauen, die Pferdetrainer müssen sich um ihre Schützlinge kümmern und Hauptdarstellerin Hanna Interviews geben. Doch hungrig muss keiner bleiben.

Und Action!

Nach einer Stunde erscheinen alle wieder frisch gestärkt am Set. Denn jetzt wird der Höhepunkt des Tages gedreht. Ein Stunt, der nur zweimal gemacht werden kann, da es für Pferd und Reiter eine ganz besondere Konzentrationsleistung erfordert. Denn diesmal sollen Pferd und Reiter zusammen umfallen und dabei das Hindernis einreißen. Diesmal dürfen wir als Komparsen sogar ein bisschen mitspielen. Natürlich erschrecken wir uns als Zuschauer, wenn Mika mit Ostwind in das Hindernis kracht – keine Frage. Und da der Stunt auch ziemlich echt und gefährlich aussieht, brauchen wir dafür noch nicht mal große Schauspielkünste. Das "Ooooh!" entfährt uns automatisch. Die Regisseurin erkundigt sich sofort nachdem abgedreht wurde, ob es Reiter und Pferd gut geht. Nett von ihr. Der Stunt soll nun noch mal aus einer anderen Perspektive gedreht werden und die Crew bereitet dafür alles vor. Die Visagistin tänzelt derweil um den Stuntman herum, bürstet ihm den Sand ab und guckt, ob das Make-up und die Frisur noch sitzen. Auch das Pferd muss abgebürstet und gelobt und beruhigt werden. Requisiteure besorgen neue Hindernisstangen, denn die ersten sind gerade zerbrochen. Zum Glück haben sie vorgesorgt und holen flugs noch drei Pappmaché- Stangen.

Ein langer Tag am Set

Dann geht alles wieder auf Anfang. Wir halten die Luft an … Doch diesmal hat Vaquero keine Lust. Er tänzelt hin und her und schnaubt, lässt sich aber nicht fallen. Es muss abgebrochen werden. Die Pferdetrainer beruhigen das Pferd und auch der Reiter guckt, ob es seinem Kumpel gut geht. Dann, der dritte Versuch, diesmal muss es klappen. Und es klappt. Pferd und Reiter lassen sich fallen. Es sieht wirklich gefährlich aus und als der Stuntman am Boden liegen bleibt, stockt uns kurz der Atem. Ist etwas passiert? Nein. Alles ist okay, der Stuntman bleibt liegen, damit die Kameras in Ruhe den Schnitt vorbereiten können. Denn hinterher ist es nicht schlecht ein paar extra Sekunden zu haben, um einen wirklich guten und sauberen Schnitt im Film zu haben. Während wir uns erleichtert, aber natürlich leise, rausschleichen, ist für die Crew, die Schauspieler, Stuntleute, Pferde und Komparsen der Tag noch lange nicht zu Ende … Eine Szene muss heute unbedingt noch abgedreht werden. Das Ergebnis kann man sich ab dem 21. März im Kino anschauen. Wir sind gespannt!

Text_Hella Thorn hat mit ihren Kolleginnen Verena, Birte und Stefanie einen echten Mädelsausfl ug zum Filmset gemacht und sich schon für einen gemeinsamen Kinoabend verabredet.

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Ein Interview mit der Hauptdarstellerin Hanna Binke gibt es in der aktuellen teensmag (02/13). Jetzt bestellen.






Labels: Ostwind, Dreharbeiten, Film, Kino


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