»Wie gehe ich mit meiner Angst vor Menschen um?«

Melanie, 17 // Ich wurde für einige Zeit gemobbt. Seitdem habe ich Angst, mich in irgendeiner Weise zu blamieren, z. B. bei Telefonaten oder Vorträgen. Manchmal schlüpfe ich in eine Rolle, um dieser Angst zu entkommen.

Wahrscheinlich ist deine Angst vor Begegnungen mit Menschen eine Folge des Mobbings. Menschen, die derart verletzt wurden, erleben oft lange Folgeerscheinungen, manche kommen nicht über die Verletzung hinweg, wenn sie die Sache nicht aktiv verarbeiten. Genial finde ich deine Art, mit der Sache umzugehen. Die Idee mit dem Rollenspiel! Sehr viele unsichere Menschen haben besondere Methoden, um mit öffentlichen Auftritten umzugehen. Nutze solche »Hilfsmittel« ruhig weiterhin. Viktor Frankl, der Begründer der Logotherapie, sagt zwei Dinge über Angst: 1. Angst führt in die Vermeidung. Also: Das, was eigentlich dran wär, wird nicht getan. Und 2. Die Angst weist den Weg. Das, wovor du dich fürchtest, ist das, was dir letztlich helfen wird. Hast du Furcht, vorne zu stehen? Steh vorne! Hast du Angst, dich mit jemandem zu treffen? Triff ihn! Hast du Angst vor einem Psychologen? Geh hin! Aus eigener Erfahrung weiß ich, dass schon der erste Schritt, sei es eine Mail oder ein Anruf, die Angst verkleinern wird. Ich ermutige dich darin, zu einem therapeutisch geschulten Menschen zu gehen, der sich mit dir die Mobbinggeschichte noch einmal anguckt und dich begleiten kann.

help!_Sibylle Stegmaier ist Heilpraktikerin für Psychotherapie und Seelsorge in eigener Praxis. Sie liebt Feste, Menschen, Rosen, Jesus und Lachen.

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