»Ich will nicht egoistisch sein.«

Magdalena, 15// Ich habe in letzter Zeit mit starkem Selbstmitleid zu kämpfen. Bei mir passieren öfter nicht so tolle Dinge, die mich beschäftigen, die ich aber nicht schlimm genug finde, um sie anderen zu erzählen. Manchmal wird mir aber alles zu viel. Ich will nur nicht egoistisch sein! Was soll ich tun?

Dass jeder Probleme hat und die mit anderen besprechen will, ist ganz natürlich und nicht egoistisch. Wenn du von dir eher streng und selbstverurteilend denkst, ist es klar, dass deine Seele einen Weg braucht, um sich bemerkbar zu machen. Denn die Gefühle sind ja da. Die lassen sich eine Zeitlang gut verdrängen, aber irgendwann wollen sie beachtet werden. Du stellst dich zurück und gibst anderen Raum zum Erzählen – dass du dabei manchmal zu kurz kommst, bemerkt deine Seele. Kränkungen empfinden wir dann, wenn etwas nicht im Gleichgewicht ist. Jeder braucht Trost und Unterstützung. Der andere kann allerdings nicht wissen, wie es dir geht, wenn du es nicht sagst und von deinem Kummer erzählst. Folgendes möchte ich dir raten: Achte auf deine innere Bewertung! Sei nicht so streng mit dir. Man ist kein Egoist, wenn man sagt, womit man Probleme hat. Du darfst aussprechen, was dich bewegt. Alles was ausgesprochen ist, verliert an Macht über uns. Und: Selbstmitleid macht klein. Du hast das nicht nötig. Du bist Gottes geliebtes Kind! Er weiß genau, wie es dir geht, du kannst ihm alles sagen! Wenn das Selbstmitleid kommt und dich lähmen will, versuche auszudrücken, was dich bewegt, zum Beispiel indem du betest, mit einer Person sprichst oder in ein Tagebuch schreibst.

help!_Sibylle Stegmaier ist systemische Therapeutin und hat eine eigene Praxis. Sie liebt Feste, Menschen, Rosen, Jesus und Lachen.