Gesehen von Gott, getragen von Menschen

Zwischen Lichtern, Stimmen und tausend Liedern
steh ich hier – verloren und gefunden zugleich.
Die Halle bebt vor Musik,
Menschen heben ihre Hände,
Augen voller Hoffnung,
Herzen voller Geschichten.
Und irgendwo zwischen Worship und Tränen
spür ich Dich, Gott.

Plötzlich sitzt jemand neben mir
und fragt nicht nach Perfektion,
nicht nach meiner Vergangenheit,
nicht danach, ob wir uns kennen –
sondern nur leise:
»Wofür kann ich beten?«

Und in diesem Moment
fühlt sich der Himmel ganz nah an.
Wie kann ein Fremder Tränen verstehen,
die ich jahrelang verborgen habe?
Vielleicht weil Gott Menschen benutzt,
um Herzen zu heilen.

Dann stehen wir dort.
Mit geschlossenen Augen,
Tränen auf den Wangen,
Händen auf unseren Schultern.
Nicht aus Mitleid. Nicht aus Pflicht.
Sondern aus Liebe. Echter Liebe.

Da betet jemand für meine Familie,
meine Kämpfe,
meine zerbrochenen Gedanken,
die Nächte, in denen ich dachte, ich wäre allein.

Und jede Bitte klingt nach Hoffnung:
»Gott, schenke Frieden.«
»Bring Heilung.«
»Lass dieses Herz spüren,
dass es nicht allein kämpft.«

Die Musik wird leiser,
doch die Gebete lauter.
Und plötzlich brechen Mauern.
Schmerz wird zu Hoffnung.
Tränen werden zu Gebeten.
Fremde werden Familie.

Wir knien auf kaltem Boden
und erleben heilige Momente.
In Deiner Gegenwart, Gott.
Du bist in jeder Umarmung,
in jedem ehrlichen Wort,
in jeder zitternden Stimme im Gebet.

Hier lernen wir:
Stärke heißt nicht, keine Wunden zu haben.
Stärke heißt, sie gemeinsam vor Dich zu bringen.

Lyrik_Zoe