Brücken bauen

Versuche, Brücken zu bauen,

wo unendliches Meer ist,

kein Ansatzpunkt,

kein Halt.

Setzte Seile an der hauchdünnen Linie

des Horizonts an,

spanne weit meine Taue,

kenne weder Anfang noch Ende,

nur das Ziel.

Das Feuer in meinem Herzen führt mich.

Weiter, als ich selbst es wagen würde.

Weiter als bis zum Ursprungsquell des Meeres.

Und weiter, als die Sonne ihre Strahlen sendet.

Auch im Schatten brennt das Licht meines Herzens.

Nichts kann es löschen,

kein Wasser, kein Eis, kein Schnee.

Die Wellen des Meeres brechen

gegen dünne Brückenpfeiler.

Hoch spritzt salziges Wasser,

versucht zu zerbrechen,

was gerade erst neu erbaut.

Aus den leeren Tiefen empor stieg

aus dem Nichts

eine große Welle, stürzt über den wackligen Steg,

zerstört, auf was ich eben noch vertraute.

Doch Ergeben gibt es nicht.

Beendet wird, was begonnen.

Fortgeführt immer und immer wieder,

ganz egal wie oft ich von neuem beginnen muss.

Richte den Blick in die Ferne.

Dunst liegt über dem Wasser.

Unmöglich, das Ziel zu erkennen.

Doch spüre tief in mir

den Grund meiner Reise

und nichts wird umsonst sein.

Kein Pfeiler, kein Tau, keine Planke, kein einziger Nagel.

Alles wird geschrieben sein

auf Pergamentpapier

im großen Buch,

das weit oben schwebt

über dem Wasser

und alle Brücken des Meeres sind darin verzeichnet.

geslammt_Katharina