Liveworship | Wie ein Schritt aufs Wasser

Menschen, die sich vielleicht vorher noch nie begegnet sind, finden sich auf einer Bühne zusammen und preisen gemeinsam Gott. Kann das gut gehen und sich vor allem gut anhören? Wir haben mit dem Mann hinter dieser Idee, Daniel-John Riedl, gesprochen.

 

teensmag: Daniel, die meisten Leser werden dich nicht kennen. Stell dich doch bitte mal kurz vor.

Daniel: Ich bin Daniel-John Riedl, dreißig Jahre alt und wohne mit meiner Frau und zwei Kindern in Düsseldorf. Ich bin als Pastorenkind aufgewachsen, war also immer in diesem Gemeindeklima drin. Inzwischen leite ich den Musikdienst in unserer Gemeinde. Beruflich bin ich Mediaberater und schreibe Werbestrategien für Unternehmen.

 

Ihr habt in eurer Gemeinde musikalisch etwas ganz Besonderes auf die Beine gestellt. Was genau ist LIVEWORSHIP?

LIVEWORSHIP ist ein Worshipdienst, der Menschen in freie und tiefe Anbetungszeiten führt und Jugendliche befähigt, selbst im Lobpreisbereich aktiv zu werden. Dahinter steckt der Gedanke: »Lass uns die Musik und die Menschen miteinander vernetzen, Jugendlichen Tools an die Hand geben, damit sie nicht den Faden verlieren, sondern in dem, was sie gut können, unterstützt werden. Sei es Songwriting, sei es das Spielen eines Instruments, sei es Gedichte schreiben.« Dann kam mir der Name LIVEWORSHIP in den Sinn, weil live »direkt, unmittelbar, spürbar« heißt.

 

Und was passiert bei so einem LIVEWORSHIP-Event konkret?

Wir suchen Musiker, die Bock haben, gute Musik zu machen und den Schritt aufs Wasser wagen, nicht alles perfekt durchgeprobt und nicht alles abgesprochen zu haben. Die einfach sagen: »Kommt, lasst uns Gott anbeten.« Für jeden LIVEWORSHIP stellen wir ein eigenes Team zusammen. Keine Probe, nur der Veranstaltungstag. Wir lernen uns kennen. Die ersten vier Lieder für den Abend werden festgelegt, es gibt Pizza, Gebet und dann geht es los mit den First Four, den ersten vier Liedern, danach ist alles improvisiert. Wir entscheiden spontan, in welchen Song, in welche Atmosphäre wir jetzt wollen. Jetzt mag man denken: »Das ist doch total chaotisch und das merken die Leute!« Darauf antworte ich: »Ja, stimmt.« Spielt aber keine Rolle. Wenn Jesus eins von uns möchte, dann, dass wir Mut haben, in seine Arme zu laufen. Mut kann ich haben, wenn ich die Gefahr eingehe zu »schwimmen«. So. Deswegen nenne ich es immer den Schritt aufs Wasser.

 

Der Schritt aufs Wasser?

Petrus wird mitten auf dem See von Jesus gerufen: »Komm zu mir.« Als Petrus das Bein rausstellt, da muss er doch katastrophal verzweifelt gewesen sein. »Das ist doch ’ne total peinliche Nummer. Gleich lachen alle.« Das denkt quasi jeder Musiker, wenn er auf der Bühne vor der Gemeinde steht. Er muss abliefern. Unabhängig davon, wie die Geschichte endet – er geht unter, weil er zweifelt – hat er zum ersten Mal übernatürliches Vertrauen. »Mein Gott steht über allem.« Das wollen wir bei Anbetung haben: diesen Moment, in dem ich mich selbst über Bord werfe und mich von Gott tragen lasse.

 

Kann man denn bei dem LIVEWORSHIP-Event einfach hinkommen und spontan auf die Bühne steigen, wenn man will?

Man kann nicht einfach am Abend auf die Bühne kommen, dafür haben wir andere Veranstaltungen. Aber bei LIVEWORSHIP gibt es keine festen Bands. Man kann sich vorher bei uns anmelden, wenn man mal mitmachen möchte. Dann führen wir ein Gespräch mit den Leuten und stellen dann sozusagen für jedes Event eine neue Band zusammen.

 

Neben diesem Lobpreisabend hast du ja auch gerade mit anderen Künstlern zusammen eine CD auf den Markt gebracht: »heilig«.

Die Platte soll als Auszeit funktionieren, in der ich in gewisse Anbetungsstimmung hineingetragen werde. Vor dem letzten Drittel bekomme ich eine klare Botschaft durch den Poetry-Part. Eine sechs Minuten lange Predigt, die mich heftig mit der Frage konfrontiert: »Ey, was bestimmt eigentlich mein Leben?« Wie bei einem Worshipabend werde ich durch erhebende Lieder aus der Anbetungszeit »herausgeladen« und nach Hause gelassen. Mit der Botschaft: »Du bist Gott heilig.«

 

Dazu gab es ja auch im Internet den Aufruf zu posten, was einem heilig ist.

Genau. Mit der CD und der Aktion wollen wir herausfordern, auf diese Frage nicht nur mit Gott, Heiliger Geist, Bibel oder Gemeinde zu antworten, sondern sich genau zu überlegen: »Wofür brenne ich, was bestimmt meinen Alltag?«

 

Und ihr habt ja auch viele Antworten bekommen. Die Bilder auf dem Cover der CD sind Einsendungen von Dingen, die den Leuten heilig sind.

Im Endeffekt bildet dieses Cover mit den 200 Bildern die Lebensrealität einer jungen Generation ab. Die gelbe Farbe darüber symbolisiert Licht und Göttlichkeit. Jesus, der gekommen ist und über diese Dinge, die meinen Alltag bestimmen, nicht urteilt, sondern mich aus diesen Dingen abholt. Er sagt: »Du bist mir heilig, so wie ich dich geschaffen habe.«

Interview_Lion Häde überlegt jetzt auch, was ihm eigentlich heilig ist.

 

Das ist »heilig« – die CD

Zehn Songs plus ein kurzer, knackiger Input, viele Anregungen, was Heiligkeit bedeutet und was einem selbst im Alltag wichtig ist. Das Coole: Im Booklet finden sich weitere Impulse und Fragen zum Weiterdenken. Für dich, den SBK, den Teenkreis, der Hauskreis oder deine Zweierschaft. Bestellen kannst du die CD unter anderem im SCM-Shop: scm-shop.de

 

Das ist LIVEWORSHIP

Du hast Feuer gefangen und würdest gerne auch mal bei so einem Event auf der Bühne stehen: Klick dich rein auf liveworship.de. Erlebe ein Wochenende oder einen Tagesworkshop mit jeder Menge Input. Oder schau direkt mal in Düsseldorf vorbei.

 

 

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