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Stars nach Gott gefragt: LINA Larissa Strahl

LINA sang sich ins Fernsehen, als sie 2013 beim KIKA-Wettbewerb »Dein Song« gewann. Danach verzauberte sie die Zuschauer in der Kino-Reihe »Bibi und Tina«. Nun hat sie ihr erstes Solo-Album herausgebracht. Mit TEENSMAG hat sie nicht nur über ihre Songs gesprochen, sondern auch verraten, woran sie glaubt und wie sie sich selbst sieht. Das komplette Interview aus Ausgabe 5/16.

 

TEENSMAG: Deine Songs haben ein bisschen was von Silbermond, Christina Stürmer und Revolverheld. Eben deutscher Rock-Pop. Welche musikalischen Vorbilder haben sich mit auf deinem ersten Album verewigt?

LINA: Niemand aus dieser Liste, weil ich keinen deutschen Pop höre. Wenn ich überhaupt Pop höre, ist er britisch oder amerikanisch. Ich höre ganz viel Rock – auch dolleren Rock wie von Bring The Horizon und Simple Plan. Wenn ich Deutsch höre, höre ich nur Rap oder einen Rap-Pop-Mischmasch. Das sind zum Beispiel Sido, SDP und Kraftclub.

 

Dafür rappst du wenig auf deiner Platte.

Das stimmt. Es sind aber auch Raps dabei. In »Denn sie reden ja eh« habe ich mehr Sprechgesang, was ich mega cool finde.

 

Einige der Songs hast du selbst geschrieben. Wie machst du das?

Ich schreibe meinen Songs mit zwei Leuten, die unter dem Pseudonym Ludi Boberg arbeiten. Wir schicken das Material zwischen uns hin und her. Oder sie fragen mich, ob mir zu einem Thema etwas einfällt. Oder ich schicke ihnen einen fertigen Text und wir arbeiten im Studio gemeinsam daran. Ich singe auch Melodien in mein Handy ein und verschicke sie per WhatsApp. Diese Nachrichten sind dann schon lang, aber es passt alles rein.

 

Schade, dass man keine Smileys vertonen kann.

Leider nicht, aber bei verschiedenen Texten wie dem Presse-Folder haben wir viele Smileys benutzt. Und in den Liedern kann man manch eine Ironie raushören.

 

Ist das dein Style, mit vielen Smileys zu schreiben?

Ja und ich finde es komisch, wenn Leute keine benutzen. Dann denke ich immer, sie sind angepisst.

 

Einige Liedzeilen wiederholst du immer wieder, z. B. »Das Beste im Leben geht ohne überlegen.« Hält doppelt besser?

Diese Sätze prägen sich dann besser ein. Als ich den Song gestern gehört habe, hat sich dieser Satz wieder sehr bei mir eingeprägt. »Doppelt hält besser« ist dazu ein guter Spruch. Mit meinen Songs sage ich etwas aus und will etwas rüberbringen. Wenn das im Lied untergeht, wäre das schade.

 

Welche sind deine Lieblinge auf dem Album?

»Ohne dieses Gefühl« ist ein Herzstück von mir. »X«, also der zehnte Track, sagt viel Tolles aus. Auch »Mädchen mag das Feuer« finde ich sehr cool, weil der Song eine andere, coolere Art hat.

 

Was ist dein Herzensding, das du deinen Hörern mitgeben willst?

Der Song »Wie ich bin« sagt, dass man so ist, wie man ist, und nicht zu lange darüber nachdenken soll. Das findet sich auch in »Das Beste« wieder: »Das Beste im Leben geht ohne überlegen.« Diese Ratschläge finde ich hilfreich, wenn man wie ich in einem heranwachsenden Alter ist.

 

Wie findest du heraus, wer du bist und wie du sein willst?

Das weiß ich selbst noch nicht so richtig. Deswegen versuche ich wahrscheinlich, mich mit den Liedern selbst zu motivieren. (lacht) Das kommt mit der Zeit und mit verschiedenen Dingen, die um einen herum passieren. Dann weiß man, was man will. Hoffentlich.

 

Du bist Lina die Sängerin, deine Filmrolle Bibi und Lina persönlich – da dann auch Freundin, Tochter, Schülerin. Wie kriegst du alle diese Rollen übereinander?

Lina-Lina, die auch auf dem Album, das bin ich. Da gibt es keinen Unterschied und ich verstelle mich nicht. Bibi ist eine Rolle, die ich nur verkörpere. Das bin nicht ich und hat mit mir selbst nichts zu tun. Die Lina, die man auf dem Album hört, also ich, die ist zuhause, wie sie ist. Meine Eltern sind stolz auf mich und meine Freundinnen finden toll, was ich mache. Sie sind aufgeregt und reden gerne über die Tour.

 

Fällt es dir schwer, auf der Bühne einfach du, Lina-Lina, zu sein?

Logischerweise bin ich in der Öffentlichkeit noch mal anders. Manche Sachen, die ich privat mache, kann ich ja nicht öffentlich machen. Ich muss mich etwas vorbildlicher benehmen, weil ich eine Vorbildfunktion habe. Wenn ich mal nicht so gut gelaunt bin, muss ich das für den Tag einstecken, mich ablenken und trotzdem fröhlich rüberkommen. Es steckt wirklich viel von mir in der Auftritt-Lina drin, sodass ich mich nicht sehr verstellen muss.

 

Du spielst die Hauptrolle in »Bibi und Tina« und hast nun ein Solo-Album rausgebracht. Verleitet dich das dazu, eitel zu werden?

Ich glaube nicht. Ich achte schon darauf, wie ich nach außen wirke. Aber ich verstelle mich dafür nicht großartig, lasse nur Kleinigkeiten weg. Seinen Instagram-Account gestaltet man immer so, wie man will, dass die Leute einen sehen – und nicht, wie man wirklich ist. Wobei mein Account wirklich nah dran ist. Er ist sehr authentisch. Arrogant zu sein ist das letzte, das ich sein will. Eitel ist jeder irgendwo. Sonst ist mit mir bisher nichts passiert, glaube ich.

 

Wie drückst du dich in deinem Klamottenstil aus?

Da ich oft unterwegs bin und keine Lust habe, so viele Klamotten mitzuschleppen, kommt es vor, dass ich einfach anziehe, was gerade da ist. Aber diese Sachen habe ich selbst ausgesucht und gekauft, weil ich sie cool finde. Als wir »Bibi und Tina« gedreht haben, hatte ich eine Zeit, in der mir das schnurzpipegal war. Ich habe alle Muster durcheinander getragen. Wenn ich mich auf Fotos von damals sehe, kriege ich Augenschmerzen. Das trage ich jetzt nicht mehr so. Wobei mir Klamotten nicht immer komplett wichtig sind. Ich laufe auch gerne in Jogginghose und lazy Klamotten rum, die nicht unbedingt hübsch sind. Das wichtigste für mich ist, dass ich gepflegt rüberkomme, weil ich es grausam fände, wenn jemand denkt, dass ich mich nicht darum kümmere. Dann gehe ich auch nicht aus dem Haus. (lacht)

 

Hast du Stilberater?

Nee, gar nicht, ich kann mir alles selbst auszusuchen. Aber es ist schon so, dass meine Mama mich daran erinnert: »Lina, du hast morgen einen Interviewtag. Denk bitte dran, dir ein vernünftiges Outfit rauszusuchen und deine Sachen zu bügeln.“ Ich so: »Jaaa, Mama. Das werde ich gerade noch schaffen.« Im Endeffekt habe ich natürlich doch nichts von beidem gemacht und habe heute Morgen eine halbe Stunde vorm Koffer gestanden. Ich wusste nicht, was ich anziehen soll. (lacht) Ach, das passt schon alles. Dabei mache ich mir den wenigsten Stress.

 

Wenn du dann Bilder von dir postest und du negatives Feedback bekommst – wie gehst du mit Hate um?

Es sind gar nicht so viele, die irgendwelche negativen Kommentare ablassen. Und es sind viele dabei, über die ich nur lachen muss, weil es komplett billig ist. Wenn ich beleidigt werde und darin ungefähr zehn Rechtschreibfehler sind, kann ich das nicht ernstnehmen. (lacht) Und wenn mir jemand sagt, dass meine Klamotten hässlich sind, muss er sie ja nicht anziehen. Ich nehme die Nachrichten eher ernst, wenn sie persönlich werden. Aber so richtig schlimme Sachen waren es noch nicht. Meine Freundinnen lachen mit mir darüber und sagen mir, dass es Schwachsinn ist. Solange es sich nicht häuft, kann ich damit gut umgehen. Klar, trifft es einen irgendwie immer. Dann liegt es daran, ob man genug Selbstbewusstsein hat und darüber stehen kann. Momentan kann ich noch darüberstehen.

 

Beim FanFragenFriday hast du gesagt, dass dein Lieblingsfilm »Soul Surfer« ist. Er zeigt die Geschichte von Bethany Hamilton, die als Teenager eine Profi-Surf-Karriere vor sich hat – bis ein Hai einen ihrer Arme abbeißt. Sie macht trotzdem weiter. Was magst du an dem Film?

 Ich finde den Film extrem toll! Das Durchhaltevermögen, das Bethany zeigt, ist extrem lobenswert und erstrebenswert. Ob ich in einer solchen Situation auch so handeln würde? Ich bewundere das und finde es erstaunlich.

 

Bethany sagt, dass sie ihre Kraft aus dem Glauben an Gott genommen hat. Kannst du damit etwas anfangen?

(lacht, schnappt nach Luft) Ich kann mir vorstellen, dass es für sie so war. In Amerika ist das krasser als in Deutschland: Ich weiß von Freunden, die in den USA waren, dass sie jeden Sonntag für drei Stunden in die Kirche mussten. Das ist für uns ja komplett komisch. Als ich konfirmiert wurde, musste ich auch jeden Sonntag in die Kirche – aber eben nur eine Zeitlang. Als ich kleiner war, konnte ich mich mehr auf den Glauben einlassen.

 

Warum nicht mehr?

Das Problem ist: Jedes Mal, wenn ich gebetet habe, ist es schief gegangen. Deshalb habe ich den Glauben daran verloren, um ehrlich zu sein. Aber das muss jeder selbst wissen. Ich finde es richtig toll und schön zu sehen, wie manche sich im Glauben verlieren und darin Kraft finden. Manchmal hätte ich auch gerne jemanden, auf den ich mich immer verlassen kann – auch, wenn es dann Gott ist. Zuhause habe ich ein stabiles Umfeld mit echten Personen, denen ich mich anvertrauen kann.

 

Glaubst du, dass du es noch mal mit Gott versuchen könntest?

Wir waren an Weihnachten immer in der Kirche, aber ich bin nicht streng religiös aufgewachsen. Ich hatte meine Konfirmation und ich muss sagen, dass der Unterricht wirklich, wirklich langweilig war. Das hat nichts mit Gott oder der Bibel zu tun. Die Geschichten finde ich spannend. Und ich fand auch den Religionsunterricht spannend. Jetzt bin ich 18 und mache mein Ding. (lacht)

 

Auch, wenn du den Glauben nicht für dich in Anspruch nimmst, glaubst du denn, dass es Gott gibt?

Ich bin mir nicht sicher. Ich glaube manche Geschichten, obwohl ich es schwer finde, an solche Geschichten zu glauben. Es fällt mir generell schwer, irgendwelche Geschichten auf alten Schriftstücken zu glauben, auch aus der Antike. Das ist alles wirklich lange her. Da bin ich im Zwiespalt. Klar, an den Weihnachtsmann und den Osterhasen glaube ich nicht. An Engel glaube ich auch nicht unbedingt, außer ich will daran glauben. Es ist schön, sich manchmal dort hinein zu versetzen.

 

Hast du etwas anderes, das dich im Alltag motiviert und antreibt?

Ja, die Freude am Leben und meine Freunde. Meine Ziele, die ich mir setze und nach denen ich strebe.

 

Welche Ziele hast du dir für die Zukunft gesetzt? Du hast jetzt dein Abi in der Tasche.

Im Sommer gehe ich erst mal auf Tour, dann wird eventuell noch ein Film gedreht und ich arbeite weiterhin an meiner Musik, schreibe fleißig Texte. Und ich möchte gerne studieren, was ich schon immer machen wollte. Ich fände es schade, wenn ich nicht studiere. Das werde ich also machen, auch wenn es nur nebensächlich ist.

 

 Welches Fach möchtest du gerne studieren?

Das ist noch schwierig. Eigentlich Geschichte – auch, wenn ich nicht an alles glaube, interessiert sie mich total. Das Blöde ist nur, dass ich nicht weiß, was ich mit einem Geschichtsstudium machen würde. Lehrerin will ich garantiert nicht werden. Ich könnte Journalistin werden, wenn ich noch Englisch dazu nehme. Oder ich studiere etwas mit Film. Mit dem Abi sind mehrere Wege offen.

 

 Und was hast du als nächstes vor?

Ich will im Ausland herumreisen. Einfach mal weg. Ich wollte schon immer nach England, aber auch weiter weg. Ich habe von vielen gehört, dass Neuseeland wundervoll ist. Oder Hawaii …

 

Dort kannst du neue Songs schreiben.

Das kann passieren.

 

Und surfen lernen?

Das auf jeden Fall! Das ist einer meiner Träume. Wenn ich nicht surfen kann, bevor ich sterbe, bin ich unglücklich.

 

_Lisa mag das Buch von Bethany Hamilton und ist ebenso fasziniert von ihrem Glauben und Durchhaltevermögen.

Was Stars über Gott denken, kannst du regelmäßig in TEENSMAG lesen. Hier kannst du ein Probeheft bestellen: https://bundes-verlag.net/zeitschrift/teensmag/

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