Weihnachten zuhause

Worum geht`s eigentlich beim Fest?

Weihnachten allein, weit weg von Geborgenheit und Wärme – von dem, was man ein Zuhause nennt: Für viele Menschen in Deutschland ist das bittere Realität. Und ich meine nicht diejenigen, die aus einem fremden Land zu uns geflüchtet sind, um Krieg und Terror zu entkommen. Ich schreibe über Menschen aus deiner Stadt, aus deinem Ort, vielleicht sogar aus deiner Gemeinde. Ich schreibe von Menschen, die kein Dach haben, unter dem sie Schutz finden. Und die gibt es überall.

Statt Kälte und Einsamkeit

Ein Leben auf der Straße bedeutet Kälte und Einsamkeit, Ablehnung und Armut. Das krasse Gegenteil dessen, was die Mehrheit von uns mit dem Fest der Liebe verbindet. Wie gut, dass es Menschen gibt, denen das nicht egal ist. Das Team von »Verändere deine Stadt« zum Beispiel, das die Initiatoren Daniel-John Riedl und Kati Große um sich gesammelt haben. Am letzten Wochenende haben sie dem Einkaufsstress den Rücken gekehrt und sich auf das besonnen, worum es an Weihnachten wirklich geht: Um Gemeinschaft. Um Liebe und Anteilnahme. Um ein Stück Zuhause.

Ein Fest mit allem, was dazu gehört

Zusammen mit einer Initiative für Obdachlose und mit der Hilfe von Spendern haben sie etwas Besonderes auf die Beine gestellt: Ein Weihnachtsfest mitten auf der Straße – für die Menschen, die genau hier zuhause sind. Und zwar mit allem, was dazu gehört: Musik, etwas Heißem zu Trinken, Kuchen, Plätzchen, einem guten Essen – und sogar ein klein bisschen Luxus. Denn auch das gehört ja irgendwie zu Weihnachten dazu: Sich etwas gönnen, auf das man den Rest des Jahres vielleicht eher verzichtet. In diesem Fall war der Luxus etwas, das für dich und mich eine Selbstverständlichkeit ist: Eine Haarwäsche mit warmen Wasser und Shampoo und ein Haarschnitt. Dafür hatte das Team einen mobilen Friseursalon auf den kleinen Platz in der Düsseldorfer Altstadt bugsieren lassen. Inklusive freiwilliger Friseurinnen, die vier Stunden lang umsonst arbeiteten.

Etwas schenken, das Sinn macht

Und sogar eine Bescherung gab es: Für alle Gäste standen große Rucksäcke bereit, vollgepackt mit Dingen, die man gut gebrauchen kann, wenn man unterwegs ist: Zahnbürste und Zahnpasta, Seife, Rasierer, warme Sachen, Verpflegung. Im Gegensatz zu der Ratlosigkeit, womit man dem anderen eine Freude machen kann, war das Schenken in diesem Fall alles andere als schwierig. Schließlich wurde wirklich etwas gebraucht. Es macht unheimlich viel Freude, etwas geben zu können, das Sinn macht. Und damit einen Mangel zu beheben.

Gemeinschaft teilen

Dieses Fest war ein besonderes Ereignis: Es ging darum, einander zu begegnen, miteinander zu feiern, zu genießen und Gemeinschaft zu haben. Das, was Weihnachten eigentlich immer sein sollte und was es trotzdem leider viel zu selten ist. Viel zu oft erstickt der ganze Trubel und der Stress von Deko über Essen bis Geschenke den Gedanken daran, dass Jesus gekommen ist, um uns von all dieser Oberflächlichkeit zu erlösen und uns zusammenzubringen. Darum geht es doch: Um Gemeinschaft, in der ich willkommen bin. Das ist Weihnachten. Und das ist Zuhause.

 

Wenn du mehr wissen willst zu der Aktion oder zum Team von Verändere deine Stadt, dann schreib an info@veraenderedeinestadt.com oder informier dich unter www.veraenderedeinestadt.com oder auf Facebook unter facebook.com/DeineStadt.
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