Geschenke, die Leben verändern

Das größte Geschenk ihres Lebens hat Mirela gerade erhalten. Wieder ein Geschenk, das ihr Leben komplett verändern wird. Wieder ein Geschenk, für das sie kaum etwas tun konnte. Wieder ein Geschenk der Liebe. Der einzige Unterschied: Dieses Geschenk kündigte sich rund neun Monate im Voraus an.

 

Das alte und das neue Leben

Mirela Enea ist eine junge Frau, die gerne und viel lacht. Und nun hat sie noch mehr Grund dazu: In ihren Armen hält die 25-Jährige ihre neugeborene Tochter und kann nur staunen; staunen über die Wendungen in ihrem Leben, staunen über das, was Liebe bewirken kann. Die junge Rumänin lebt jetzt in Köln, studiert Erziehungswissenschaften und arbeitet nebenbei in einem Kinderheim. Dieses Kinderheim war der hauptsächliche Grund, warum sie damals nach Deutschland kam. Eine Freiwilligenagentur suchte Mitarbeiter und Mirela ließ sich auf das Abenteuer ein. Die Arbeit mit Kindern brachte ihr mehr Glück, als sie zu hoffen wagte – im Kinderheim lernte sie ihren jetzigen Mann Paul kennen und verliebte sich in ihn genauso wie in ihre neue Heimat.

Aber die junge Frau kennt auch ganz andere Zeiten: Aufgewachsen in Deva, im Westen Rumäniens, hat sie ein Leben gelebt, das sich so sehr von ihrem jetzigen Leben in Deutschland unterscheidet. Als Mirela in die Schule kommt, war die Situation der Familie alles andere als leicht. »Wir hatten damals kein fließendes Wasser und keinen Strom«, erinnert sie sich. »Und dann kam eine schlimme Zeit, in der wir uns solche Sachen wie Zahnbürste und Zahnpasta kaum leisten konnten.«

 

Ein ganz besonderes Weihnachtswunder

In dieser einschneidenden Zeit erlebt Mirela ein Wunder. Die damals Elfjährige geht regelmäßig mit ihren jüngeren Schwestern und ihrer Mutter zu einer kleinen Baptisten-Gemeinde am anderen Ende der Stadt. Es ist das erste Weihnachtsfest, das die Familie in dieser Gemeinde feiert. Plötzlich werden während des Gottesdienstes riesige Kisten hereingetragen – vollgepackt mit Schuhkartons, alle gefüllt mit Geschenken der Liebe. Zu Mirelas ersten Gedanken »Ist das jetzt echt für mich?« und »Darf ich das alles behalten?« gesellt sich die Frage: »Was habe ich dafür getan?« Die Antwort darauf geben die Päckchen. Sie sind von »Weihnachten im Schuhkarton«: Du musst nichts dafür tun. Dieses Geschenk ist nur für dich. Es ist ein Ausdruck von Gottes Liebe, von Nächstenliebe, von einer Liebe, die dir sagt: Du bist wertvoll, du bist geliebt.

 

Liebe schenken

Dass Mirela unglaubliches Glück hat, ist ihr bewusst. »Mir geht es wirklich gut. Mein Leben ist toll«, sagt die 25-Jährige mit einem Lächeln auf dem Gesicht. Aber sie weiß auch, dass ihre Schwestern, die immer noch in Deva leben, es nicht leicht haben. »Das Leben ist ein Geschenk«, sagt Mirela, »deswegen will ich andere beschenken«. Und so hat sie auch im Dezember 2013 symbolisch den sechsmillionsten Schuhkarton gepackt, der seit Beginn von »Weihnachten im Schuhkarton« im deutschsprachigen Raum 1996 gesammelt wurde. Ihr Päckchen hat sie sogar persönlich überreicht. An die zwölfjährige Nela, die in einem kleinen Ort in der Slowakei lebt. Wie auch Mirela macht Nela eine schwere Zeit durch – die alkoholabhängige Mutter hat die Familie verlassen und Nela und ihre Geschwister müssen nun mit wenig Geld auskommen. »Ich hoffe, dass Nela klar wird, dass sie etwas Besonderes ist«, wünscht sich Mirela. Als sie an die Verteilung zurückdenkt, wird ihr wieder klar: Liebe lässt sich durch nichts ersetzen. Mirela blickt auf ihre Tochter, die friedlich in ihrem Bettchen schlummert. Ihr Liebe zu schenken, wird ihr nicht schwer fallen. Und dieses Jahr wird sie wieder einen Schuhkarton packen, der einem Kind sagen soll: Dieses Geschenk zeigt dir, dass du geliebt bist.

_Sarah Burzlaff hat Mirela für teensmag getroffen. Wer auch gerne ein Liebe schenken und ein Päckchen voller Geschenke verschicken will, der findet auf geschenke-der-hoffnung.org viele Hinweise und Informationen.

1 Antwort
  1. Angelika
    Angelika says:

    Ich finde, dass das eine wunderschöne Geschichte ist. Viel Glück für Mirela und hoffentlich noch viele, viele Helfer und Geschenke für die Kinder. Ich mach auch mit!

    Antworten

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